Autobauer in der Krise : Merkel macht Opel zur Chefsache

Die Kanzlerin greift ein: Angela Merkel will am Montag mit Spitzenvertretern von Opel über staatliche Hilfen für den angeschlagenen Autobauer beraten. Das Unternehmen hat den Staat um die Gewährung einer Bürgschaft von einer Milliarde Euro gebeten.

WashingtonBundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat die grundsätzliche Bereitschaft der Bundesregierung erklärt, dem angeschlagenen Autobauer Opel zu unterstützen. Sie lud die Firmenspitze und den Betriebsrat für diesen Montag ins Kanzleramt ein. Das sagte Merkel am Samstag am Rande des Weltfinanzgipfels in Washington. Die Regierung nehme sich "der Sache an", erklärte sie.

Am Dienstag werden nach ihren Angaben Bundesfinanzminister Peer Steinbrück (SPD) und Bundeswirtschaftsminister Michael Glos (CSU) mit den Ländern über mögliche Hilfen sprechen.

"Wollen bei Rettungsaktion mitreden"

Glos hatte vorher schon klar gemacht, dass die Bundesregierung bei der Ausgestaltung der Hilfen zur Rettung der deutschen Automobilkonzerne klare Vorstellungen habe. "Wenn wir Steuergeld zur Rettung internationaler Automobilkonzerne riskieren, dann werden wir Bedingungen stellen", sagte der Minister der "Bild"-Zeitung. "Bei Rettungsaktionen wollen wir mitreden. Da geht es zum Beispiel um Standtortsicherung und Arbeitsplätze."

Opel hat den Staat um die Gewährung einer Bürgschaft von einer Milliarde Euro gebeten. Merkel sagte, die Regierung werde sich nun "Schritt für Schritt mit der Lage bei Opel vertraut machen und Lösungsmöglichkeiten suchen". Die Bundesregierung werde intensiv beraten, um so zu versuchen, die Automobilindustrie zu unterstützen. (mfa/dpa)

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