Politik : Autobombe vor Stadion in Madrid explodiert

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Madrid. Nur ein paar Stunden vor dem Champions-League-Halbfinalspiel zwischen Real Madrid und dem FC Barcelona hat die baskische Terrororganisation Eta gestern direkt vor dem Bernabeu-Stadion eine Autobombe in die Luft gejagt. Die Druckwelle des 20-Kilogramm-Sprengsatzes war dermaßen stark, dass in den Büro-Türmen „Torres de Europa" bis zum 21. Stockwerk hoch die Scheiben zerplatzten. Über ein Dutzend geparkter Autos ging in Flammen auf. Die schwarze Rauchsäule war sogar in den Nachbar-Stadtteilen noch deutlich zu sehen.

Die Polizei hatte das Gebiet nach einer telefonischen Warnung innerhalb von zwanzig Minuten geräumt und abgesperrt, so dass lediglich sieben Menschen leicht verletzt wurden. Die Zeitbombe war in einem unauffälligen, weißen Renault 19 mit einem Madrider Nummernschild versteckt. Den Wagen hatte die Eta vor einem Monat gestohlen. Die Bombe explodierte fünf Minuten nach der Räumung des Geländes. Fünf Feuerwehr-Löschzüge brauchten mehr als eine halbe Stunde, um die Flammen zu löschen.

Als die letzte Rauchfahne gerade in sich zusammensank, kam die nächste Schreckens-Meldung: Eine zweite Autobombe explodierte in einem zwölf Kilometer weiter südlich liegenden Stadtteil. Befürchtet wurde, dass die Eta eine weitere Bombe während des Fußballspiels zünden würde. Aber die Terroristen hatten bei der zweiten Explosion lediglich ihren Fluchtwagen in die Luft gesprengt. Der Sprengsatz war nur ein Kilogramm groß, so dass es keine weiteren Verletzten gab. Nach dieser Erkenntnis kam die Entwarnung. Alles sei unter Kontrolle, das Halbfinale könne stattfinden, erklärte die Polizei.

Madrids Vize-Bürgermeisterin eilte zum Stadion, um die Aufräumarbeiten eines Sonderteams der Stadtreinigung zu beobachten. Nur das beschädigte Büro-Hochhaus, eine halb zerstörte Filiale der Madrider Stadtsparkasse und ein paar verkohlte Autos erinnerten am Abend noch an den Anschlag.Andreas Klinger

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