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Autobombenanschlag auf libanesischen Politiker : Mindestens fünf Tote bei Attentat in Beirut

Im Zentrum der libanesischen Hauptstadt Beirut ist am Freitagvormittag bei einem Autobombenanschlag ein enger Mitarbeiter des früheren Ministerpräsidenten Saad Hariri getötet worden. Es gab mindestens fünf Tote und 71 Verletzte.

Durch eine Autobombe sind in Beirut mindestens fünf Menschen ums Leben gekommen.
Durch eine Autobombe sind in Beirut mindestens fünf Menschen ums Leben gekommen.Foto: Reuters

Die amtliche Nachrichtenagentur ANI meldete, der Berater und frühere Finanzminister Mohammed Schatah sei auf dem Weg zum Haus Hariris gewesen, wo ein Treffen der Koalition des 14. März stattfinden sollte.

Die Koalition ist dem syrischen Machthaber Baschar al-Assad feindlich gesinnt. Mitglieder der Koalition bestätigten die Angaben.

Das libanesische Fernsehen zeigte dichten Rauch, der nahe des Regierungssitzes aufstieg, sowie Bilder brennender Autos auf einer von Trümmern übersäten Straße. Auch reglose Körper waren auf der Straße zu sehen. 71 Menschen wurden nach Angaben von Rettungsdiensten verletzt. Es gab mindestens fünf Tote. Die heftige Explosion war in weiten Teilen der Hauptstadt zu hören.

Die Lage im Libanon ist sowohl wegen der inneren Spaltung als auch wegen des Bürgerkriegs im benachbarten Syrien äußerst angespannt

Nach Angaben des UN-Flüchtlingshilfswerks UNHCR leben derzeit etwa 800 000 syrische Flüchtlinge offiziell im Libanon. Vor einem Monat waren bei einem Selbstmordanschlag vor der iranischen Botschaft in Beirut mindestens 25 Menschen ums Leben gekommen.

In dem kleinen arabischen Mittelmeerland stehen sich die pro- und anti-syrische Parteien nahezu unversöhnlich gegenüber. Dem anti-syrischen Block steht Hariris Zukunftsbewegung vor. Hariri war von 2009 bis 2011 Ministerpräsident des Landes. Sein Vater Rafik Hariri, der von 1992 bis 1998 und 2000 bis 2004 an der Spitze der Regierung gestanden hatte, war 2005 bei einem Bombenanschlag getötet worden.

Das pro-syrische Lager führt die schiitische Hisbollah-Bewegung an, die derzeit auch die Regierung in Beirut dominiert. Ihre Milizen kämpfen an der Seite der Truppen des Machthabers Baschar al-Assad im syrischen Bürgerkrieg mit.

Im Libanon kommt es zwischen den beiden Lagern immer wieder zu bewaffneten Zusammenstößen. Bei Bombenattentaten wurden seit 2004 zahlreiche anti-syrische Politiker und Journalisten sowie hohe Offiziere des Sicherheitsapparates getötet.. (AFP/dpa)

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