Automatisierte Botschaften : AfD will im Wahlkampf Social Bots einsetzen

Social Bots können automatisierte Botschaften in soziale Netzwerken verbreiten. Das will die AfD für den Bundestagswahlkampf nutzen. Die übrigen Parteien lehnen das ab.

Beatrix von Storch, stellvertretende Bundesvorsitzende der AfD, spricht beim Landesparteitag der AfD Grußworte an die Teilnehmer. Die AfD will im Bundestagswahlkampf auf Social Bots setzen.
Beatrix von Storch, stellvertretende Bundesvorsitzende der AfD, spricht beim Landesparteitag der AfD Grußworte an die Teilnehmer....Foto: dpa

Die AfD will im Bundestagswahlkampf 2017 sogenannte Social Bots einsetzen, mit denen automatisiert Botschaften in sozialen Netzwerken verbreitet werden können: „Selbstverständlich werden wir Social Bots in unsere Strategie im Bundestagswahlkampf einbeziehen“, sagte Vorstandsmitglied Alice Weidel dem „Spiegel“. „Gerade für junge Parteien wie unsere sind Social-Media-Tools wichtige Instrumente, um unsere Positionen unter den Wählern zu verbreiten.“ Es geht dabei um Programme, die im Netz vielfach Meinungen posten und nur schwer als Automaten erkennbar sind. Bundeskanzlerin Angela Merkel hat bei einer Veranstaltung der Jungen Union einen Schulterschluss der Parteien angeregt, um gemeinsam gegen den Einsatz von Social Bots zu kämpfen, die schon in der Brexit-Kampagne und im US-Wahlkampf eine Rolle spielten.

Auch der Bundestag befasst sich bereits mit dem Thema. Derlei Absprachen über eine gemeinsame Linie gebe es allerdings „bislang nicht“, erklärt CDU-Generalsekretär Peter Tauber, der den Einsatz von Bots für die eigene Partei ausschließt. Beim Koalitionspartner SPD würde man damit auf offene Ohren stoßen: „Die sozialen Medien werden in unserem Wahlkampf eine wesentliche Rolle spielen. Aber den Einsatz von Bots lehnen wir ab“, sagt SPD-Generalsekretärin Katarina Barley.

Auch Linke und Grüne haben gegenüber dem "Spiegel" erklärt, auf Social Bots im Wahlkampf zu verzichten. Die Entscheidung der AfD, auch auf Bot-Botschaften zu setzen, kritisiert CDU-Generalsekretär Peter Tauber. Das Vorhaben zeige, dass es nicht um inhaltliche Auseinandersetzung, „sondern nur um Krawall und Pöbelei“ gehe. (Tsp)

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