Autonome : Ausschreitungen in Athen und Hamburg

Mehr als zwei Wochen ist es nun schon her, dass die Ausschreitungen in Griechenland begannen. Am Samstagabend kam es in Athen erneut zu Gewalttätigkeiten - und auch in Hamburg gab es nach Krawallen mehrere Festnahmen.

Hamburg Demonstration
Trauer um Alexis - Wut auf die Polizei. Hamburg geht auf die Straße. -Foto: dpa

Im Zentrum Athens ist es in der Nacht zum Sonntag erneut zu schweren Ausschreitungen gekommen. Nach Angaben der Polizei versammelten sich am Samstagabend jugendliche Demonstranten im Athener Viertel Exarchia, wo der 15-jährige Alexis Grigoropoulos vor gut zwei Wochen ums Leben gekommen war. Wie ein AFP-Fotograf berichtete, warfen einige Demonstranten Steine und Brandsätze auf Polizisten. Außerdem wurden Mülleimer in Brand gesetzt. Die Polizei setzte Tränengas gegen die Randalierer ein.

Rund 150 Vermummte bewarfen die Polizei mit Molotow-Cocktails und zündeten Mülltonnen an. Die Polizei setzte massiv Tränengas ein. Zudem attackierten Unbekannte zwei Banken, den Parkplatz der Polizeischule der griechischen Hauptstadt und zwei weitere staatliche Gebäude. Auch der Weihnachtsbaum der Stadt Athen wurde mit Müll beworfen. Verletzt wurde niemand, wie das staatliche Fernsehen (NET) am Morgen berichtete.

Am Abend hatten sich am zentralen Syntagmaplatz absurde Szenen vor dem künstlichen Weihnachtsbaum der Stadt abgespielt. Demonstranten warfen Müll auf den Baum und skandierten. Die Bereitschaftspolizei bildete rund um den gut 18 Meter hohen Weihnachtsbaum einen Schutzgürtel. Schließlich setzen die Beamten auch Tränengas ein, um die rund 200 Demonstranten auseinanderzutreiben.

Ausschreitungen in Hamburg

Schon vorher war es nach einer Demonstration gegen die griechische Polizei in Hamburg zu Krawallen gekommen. Vier Beamte wurden verletzt, wie die Polizei berichtete. Zehn Menschen wurden festgenommen. Unter dem Motto "Solidarität ist eine Waffe!" wollten rund 950 Menschen ihre Verbundenheit mit den in Griechenland demonstrierenden Studenten bekunden, teilten die Organisatoren mit. Die Demonstranten versammelten sich an der Universität und wollten bis zum Hauptbahnhof marschieren. Als Flaschen und Knallkörper geworfen wurden, löste die Polizei die Demonstration auf.

Einige Demonstrationsteilnehmer machten sich daraufhin in kleinen Gruppen auf den Weg in die Hamburger Innenstadt. Dort griffen sie vereinzelt Polizisten an. Im Hamburger Schanzenviertel setzten sich die Krawalle bis in den späten Abend fort: Müllcontainer wurden in Brand gesetzt und eine Bauabsperrung auf die Straße gezogen.

Eine Mahnwache vor dem griechischen Generalkonsulat am Gänsemarkt mit rund 250 Teilnehmern verlief dagegen ohne Störungen. Die Polizei war dort mit einem Großaufgebot und Wasserwerfern vertreten. (AFP/dpa/mwe/mpr)

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