Politik : Autor von Gaza-Bericht korrigiert sich

Jerusalem - Nach korrigierenden Äußerungen des südafrikanischen Richters Richard Goldstone hat Israel eine Aufhebung seines Berichts zum Gazakrieg vor gut zwei Jahren gefordert. Goldstone hatte in der „Washington Post“ geschrieben, es sei inzwischen deutlich geworden, dass Israel während des Krieges nicht absichtlich auf palästinensische Zivilisten gezielt habe. Heute gebe es erheblich mehr Informationen zu dem Krieg, schrieb der Vorsitzende der UN-Kommission, die Israel und der im Gazastreifen herrschenden Hamas Kriegsverbrechen vorgeworfen hatte, am Freitag in der „Washington Post“. Israel hatte jede Kooperation mit der Untersuchungskommission verweigert, deren Mitglieder weder Zugang zu Israel noch zur von Israel besetzten Westbank erhielten. „Wenn ich gewusst hätte, was ich heute weiß, wäre der Goldstone- Bericht ein anderes Dokument.“ Der Artikel sorgte in Israel für Genugtuung. Ministerpräsident Benjamin Netanjahu sagte, der umstrittene Bericht müsse nun „in den Mülleimer der Geschichte“ geworfen werden. Er rief die UN dazu auf, den Report umgehend zu annullieren. Die Palästinensische Autonomiebehörde rief die Vereinten Nationen hingegen dazu auf, an dem Bericht festzuhalten.

Der abschließende Bericht einer unabhängigen UN-Kommission auf der Basis des Goldstone-Reports im Oktober 2010 kam zu den Ergebnis, dass eine israelische Behörde zwar einige Untersuchungen leitet hat. Sie zweifelt jedoch an der Unabhängigkeit des Gremiums, das gleichzeitig die Armeeführung beim Gaza-Krieg beraten hat. dpa

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