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Baden-Württemberg : Kretschmann warnt Grüne vor Nein zum Atomausstieg

Baden-Württembergs grüner Ministerpräsident Kretschmann sieht den Atomausstieg als "epochalen Sieg" seiner Partei. Vor dem Sonderparteitag warnt er die Grünen vor einem "Akt der Selbstbeschränkung".

Auge in Auge mit Kanzlerin Merkel: Baden-Württembergs Regierungschef Kretschmann.
Auge in Auge mit Kanzlerin Merkel: Baden-Württembergs Regierungschef Kretschmann.Foto: Reuters

Zwei Wochen vor dem Sonderparteitag der Grünen hat der baden-württembergische Ministerpräsident Winfried Kretschmann seine Partei eindringlich davor gewarnt, den zwischen der Bundesregierung und den Ländern ausgehandelten Atomausstieg bis zum Jahr 2022 abzulehnen. Die Vereinbarung der Ministerpräsidenten mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) sei für die Grünen „ohne Frage ein epochaler Sieg“, sagte Kretschmann in einem Interview mit dem Tagesspiegel.

Der erzielte Konsens zähle „weit mehr“ als das ursprüngliche Ziel seiner Partei, bis zum Jahr 2017 aus der Kernkraft auszusteigen: „Nun ist der Ausstieg unumkehrbar, weil fast alle mitmachen.“ Jetzt könne "das grüne Jahrhundertprojekt vom ökologischen Umbau der Wirtschaft in Angriff genommen werden".

Kretschmann fügte hinzu, die Grünen würden im Falle einer Ablehnung ihrer Mehrheitsfähigkeit schaden: „Dann bremsen wir uns selbst aus auf dem Weg hin zur führenden politischen Kraft in Deutschland.“ Wenn man ein Land gestalten wolle, genüge es nicht, schlechte Entwicklungen zu verhindern, mahnte Deutschlands erster grüner Ministerpräsident: „Man muss auch führen wollen.“

Ein Beschluss gegen den Atomausstieg wäre ein „Akt der Selbstbeschränkung“ der Grünen: „Damit würden wir uns im Oppositionsgestus einmauern.“ Er habe den Eindruck, seine Partei erlebe "eine Art Schrecksekunde, weil das, wofür wir so lange gekämpft haben, nun gleichsam über Nacht Realität geworden ist". (Tsp)

Das vollständige Interview lesen Sie am Sonntag im Tagesspiegel.

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