Politik : Bätzing will Drogenkranken und deren Kindern mehr helfen

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Berlin - Die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Sabine Bätzing (SPD), will drogenabhängigen Eltern und ihren Kindern besser helfen: „Die Verantwortung für die Kinder verpflichtet dazu, sucht- und drogenabhängige Eltern bei der Erziehung ihrer Kinder zu unterstützen“, sagte sie bei der Eröffnung einer Expertenanhörung des Fachverbandes für Drogen und Rauschmittel (fdr) am Montag in Berlin. Dabei müsse auch diskutiert werden, „unter welchen Umständen eine Drogenabhängigkeit mit Elternschaft vereinbar ist“.

In Deutschland leben etwa 20 000 drogenabhängige Mütter. Zwischen 40 000 und 60 000 Kinder wachsen in Familien auf, in denen die Eltern Drogen konsumieren oder sich einer Ersatztherapie unterziehen. Zwar sei die Zahl der drogenabhängigen Mütter in Deutschland leicht zurückgegangen. „Problematisch ist aber, dass mehr Kinder in diesen Familien geboren werden“, sagte die Drogenbeauftragte. Bätzing sagte, um den betroffenen Familien zu helfen, sei ein breites Netzwerk von Ärzten, Krankenhäusern und Geburtsstationen, Hebammen, Jugendämtern, Suchtberatungsstellen und Jugendhilfeeinrichtungen notwendig.

Während der Anhörung werden Forschungsergebnisse über die Auswirkungen von Drogenabhängigkeit auf die kindliche Entwicklung, medizinische Hilfen für drogenabhängige Schwangere und psychosoziale Betreuungsmaßnahmen in der Schwangerschaft und im ersten Lebensjahr des Kindes vorgestellt und diskutiert. Zur Kontrolle der Lebensumstände Betroffener soll ein bundesweit einheitlicher Leitfaden entwickelt werden.

Der fdr-Vorsitzende Thomas Bader sagte, die Problematik sei Experten nicht erst seit dem Fall Kevin in Bremen bekannt. „Dieser tragische Fall hat die Öffentlichkeit aber für das Thema sensibilisiert.“ Er forderte eine stärkere Einbeziehung von Hebammen. „Gerade sie bekommen sehr viel mit, ihr Wissen wird bislang aber nicht genutzt.“ AFP/dpa

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