Politik : Bagdad soll Kontakt mit bin Laden gehabt haben

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Berlin Irakische Agenten haben offenbar Mitte der 90er Jahre im Sudan Osama bin Laden kontaktiert, um ihn für eine Zusammenarbeit gegen die saudi-arabische Königsfamilie zu gewinnen. In einem Bericht der „New York Times“ vom Freitag, in dem sich die Zeitung auf ein von den USA im Irak entdecktes Dokument beruft, heißt es weiter, der Irak sei damals um den Aufbau einer Allianz verschiedener Gegner der saudischen Monarchie bemüht gewesen. Anfangs habe bin Laden Sorge gehabt, als „Kollaborateur des Irak“ zu gelten, soll seine Bedenken aber bald aufgegeben haben. Später soll der Irak sich auf sein Drängen bereit erklärt haben, die Verbreitung von anti-saudiarabischem Propagandamaterial wieder aufzunehmen. Der Wunsch bin Ladens, gemeinsam gegen ausländische Truppen in Saudi-Arabien vorzugehen, sei aber von den Geheimdienstlern abgelehnt worden. Anfängliche Zweifel der „New York Times“ an der Echtheit des Dokuments hätten ausgeräumt werden können, so die Zeitung. Die US-Regierung habe das Papier nach eingehender Prüfung für „authentisch“ erklärt. Dem Fund sei mit Misstrauen begegnet worden, da die Amerikaner das Dokument vom „Irakischen Nationalkongress“ erhalten hätten, dessen Glaubwürdigkeit in der Vergangenheit durch Falschinformationen schwer in Mitleidenschaft gezogen wurde. Der US-Regierung, die in der Vergangenheit immer wieder versucht hat, Verbindungen zwischen dem Irak und Osama bin Laden zu beweisen, nützt die Entdeckung jedoch nur bedingt. Die Kontakte, die laut dem Dokument schon bald wieder abgebrochen wurden, hätten stattgefunden, bevor Al Qaida zu einer internationalen Terrororganisation wurde. Die Erkenntnisse des Untersuchungsausschusses zum 11. September 2001, wonach es keine „glaubwürdigen Belege“ dafür gebe, dass Saddam Hussein zu dieser Zeit mit dem Terrornetzwerk Al Qaida kooperiert habe, scheinen sich damit zu bestätigen. jas

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