Politik : Bahn wird zu Weihnachten wieder teurer

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Berlin Die Deutsche Bahn wird zum Fahrplanwechsel Mitte Dezember ihre Preise im Nah- und im Fernverkehr zum dritten Mal seit April 2004 anheben. Das teilte der Konzern am Mittwoch mit. Im Schnitt würden die Tarife damit zum Weihnachtsreiseverkehr um rund 2,9 Prozent erhöht. Zur Begründung führte der Konzern die gestiegenen Energiepreise – beim Strom als auch beim Diesel – und niedrigere Zuschüsse der Länder im Regionalverkehr an.

Verbände und Verkehrspolitiker reagierten mit Kritik auf die Pläne der Bahn. Der verkehrspolitische Sprecher der Grünen, Albert Schmidt, sprach von einer „verschenkten Chance“, schließlich habe die Bahn derzeit einen Preisvorteil gegenüber dem Auto. Dieser Vorteil werde nun „zumindest psychologisch“ aufs Spiel gesetzt. Karl- Peter Naumann, Vorsitzender des Kundenverbands Pro Bahn sagte: „Die Preiserhöhung ist gerade eben noch maßvoll.“ Allerdings lobte Naumann eine Reihe neuer Angebote, die die Bahn einführen wolle. Ähnlich reagierte der Verkehrsclub Deutschland (VCD). Zwar sei es durchaus legitim für das Unternehmen, gestiegene Energiekosten weiterzugeben. Doch „gerade jetzt, wo an den Tankstellen viele Autofahrer über die Rechnung stöhnen, sollte sich die Bahn auch preislich als Alternative profilieren“, sagte VCD-Chef Michael Gehrmann. Sehr gut sei jedoch die Einführung einer Jugend-Bahncard. Kinder und Jugendliche können für zehn Euro eine Bahncard mit einem Rabatt von 25 Prozent erwerben. Gültig ist sie bis zum 19. Geburtstag des Käufers. Ein Bahnsprecher betonte, die Bahn werde auch nach der Preiserhöhung einen deutlichen Preisvorteil gegenüber dem Auto behalten. hop

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