Politik : Bakijew vor Wiederwahl in Kirgistan

Bischkek - Bei der Präsidentenwahl in der zentralasiatischen Republik Kirgistan hat der Oppositionsführer Almasbek Atambajew aus Protest gegen angebliche Manipulationen seine Kandidatur zurückgezogen. „Wegen der zahlreichen Verstöße fordern wir ein Ende dieser Wahl und eine neue Abstimmung“, sagte der frühere Regierungschef am Donnerstag in der Hauptstadt Bischkek. Atambajew (52) rief seine Anhänger auf, sich für Protestkundgebungen am Abend bereitzuhalten. Auf den Straßen Bischkeks blieb es aber im Tagesverlauf ruhig. Die Wahlleitung erklärte, ein Verzicht auf die Kandidatur sei am Tag der Abstimmung nicht möglich.

Beobachter rechnen damit, dass sich der umstrittene Präsident Kurmanbek Bakijew mit großem Abstand gegen seine fünf Mitbewerber durchsetzt. Bakijew hatte bei der Stimmabgabe gesagt, er habe dem Staatsapparat jegliche Einflussnahme auf die Wahl verboten. Der 52- jährige Atambajew galt als aussichtsreichster unter den Oppositionskandidaten. Er hatte sich als Regierungschef 2006 mit Bakijew überworfen und war in der Folge zurückgetreten.

Die frühere Sowjetrepublik an der Grenze zu China erlebte in den vergangenen Jahren immer wieder gewaltsame innenpolitische Auseinandersetzungen. Nach der Parlamentswahl 2005 musste der damalige Präsident Askar Akajew infolge von Massenprotesten gegen Wahlfälschung zurücktreten. dpa

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