Politik : Bald Programm zum Kampf gegen die Armut - Entwicklungsländer fordern mehr Mitspracherecht

Die wirtschaftlich weniger entwickelten Länder des Südens wollen vom industrialisierten Norden nicht übergangen werden. Die in der Gruppe der 77 (G-77) organisierten Entwicklungsländer möchten zukünftig auf die Industrieländer der G-77 einwirken, keine isolierten Entscheidungen zu treffen. Entsprechend haben beim Abschluss des Gipfeltreffens die Staats- und Regierungschefs ein Programm zur Bekämpfung von Armut und zur Annäherung der Entwicklungsländer an die industrialisierte Welt vorgestellt.

Im Mittelpunkt des am Donnerstag in Havanna veröffentlichten Entwurfs stand die Forderung nach einem größeren Mitspracherecht für die G-77-Staaten in internationalen Gremien wie dem Sicherheitsrat der Vereinten Nationen und der Welthandelsorganisation (WTO). Das Treffen stand im Vorfeld der Jahrestagungen des Internationalen Währungsfonds (IWF) und der Weltbank am Wochenende in Washington.

An den meisten Bewohnern der G-77-Staaten seien die positiven Auswirkungen der Globalisierung bislang spurlos vorbeigegangen, hieß es in dem Programm. Der Technologie-Transfer müsse erhöht und armen Ländern ein Teil ihrer Auslandsschulden erlassen werden. Produkten aus Entwicklungsländern solle der Zugang zum Weltmarkt erleichtert werden. Die Regierungen würden von der Bevölkerung erst dann ernst genommen, wenn es ihnen gelinge, die Zahl der in Armut lebenden Menschen zu reduzieren, sagte Said Musa, Ministerpräsident von Belize.

Die 40 Staats- und Regierungschefs und Delegationen aus 80 weiteren Ländern sprachen seit Montag über ein gerechteres Weltwirtschaftssystem. Die Gruppe der 77 wurde 1964 gegründet und zählt mittlerweile 133 Mitgliedsstaaten, in denen 80 Prozent der Weltbevölkerung leben.

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