Politik : Balkan-Konflikt: Albaner-Guerilla strebt Teilung Mazedoniens an

Albanische Rebellen und Politiker haben inmitten neuer Zusammenstöße eine Teilung Mazedoniens zu ihrem Ziel erklärt. In einer in Skopje verbreiteten Erklärung der Albaner- Guerilla UCK wurde dazu eine neue Erfassung der Bevölkerung und Verfassungsänderungen unter "internationaler Vermittlung" gefordert. Unterdessen stockten die Verhandlungen für einen Waffenstillstand im südserbischen Presevo-Tal. Heftige Schießereien vom Samstag beruhigten sich am Sonntag zunächst.

Rebellen und politische Unterhändler der Albaner in Südserbien gaben einen umgehenden Waffenstillstand mit serbischen Einheiten keine Chancen. Hauptstreitpunkt sei die von Belgrad geforderte Stationierung von jugoslawischen Einheiten in dem von Albaner bewohnten Dorf Trnava im Süden der Pufferzone zum Kosovo, sagte der Bürgermeister von Presevo und albanische Unterhändler Halimi. Mit der Hängepartie schien auch eine Einigung über die Details einer jugoslawischen Stationierung im Süden der Kosovo-Pufferzone blockiert.

"Das Abkommen wurde nicht unterzeichnet, weil die serbische Seite am Samstag mit neuen Bedingungen gekommen ist", sagte Halimi. Der serbische Vizeregierungschef Nebojsa Covic bedauerte die Ablehnung. "Wir wünschen den Waffenstillstand und den Frieden, aber dazu sind zwei Seiten notwendig", sagte er.

Die mazedonische Albaner-Guerilla UCK (Nationale Befreiungsarmee) hat eine Umwandlung des Staates in eine Konföderation aus Albanern und Mazedoniern verlangt. Damit solle eine Diskriminierung der Albaner in Mazedonien verringert werden, hieß es in der Erklärung. Die UCK forderte die Freilassung politischer Gefangener. Sie versicherte, die territoriale Integrität Mazedoniens zu achten.

Die Rebellen haben Dörfer im Grenzgebiet zum Kosovo besetzt und liefern sich Schießereien mit der Polizei. Dabei wurden schon mehrere mazedonische Polizisten und Soldaten getötet. Albaner stellen etwa ein Viertel der rund zwei Millionen Einwohner Mazedoniens.

Noch für Sonntag wurde die Gründung der neuen Albaner-Partei "Nationale Demokratische Partei" (PDK) erwartet, die auch eine Föderation in Mazedonien als Hauptziel haben wird. Der designierte PDK-Vorsitzende Kastriot Haxhirexha sagte: "Die Existenz zweier territorialer Einheiten im Staat wird Mazedonien stabiler machen, weil danach keiner sagen kann, dass die Albaner keine Rechte haben." Rebellen hatten am Samstag erneut Stellungen der serbischen Polizei und Dörfer in der Kosovo-Pufferzone angegriffen.

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben