• Balkan-Konflikt: Verhinderte Großmachtträume - Mazedonien und Albanien waren Ursache für zwei Balkankriege

Politik : Balkan-Konflikt: Verhinderte Großmachtträume - Mazedonien und Albanien waren Ursache für zwei Balkankriege

cvm

Mazedonien und die albanische Frage - dies war Ursache für die zwei "Balkankriege" 1912 und 1913. Als das Osmanische Reich dahinsiechte, das den Balkan 500 Jahre dominiert hatte, erwachten die konkurrierenden Großmachtträume der Albaner, Serben, Bulgaren und Griechen. Das 19. Jahrhundert war eine Zeit der nationalen Wiedergeburt: Unter Rückgriff auf historische oder erfundene Reiche wollte jedes Volk seinen möglichst großen Nationalstaat errichten.

Im ersten Balkankrieg 1912/13 vertrieben Montenegro, Serbien, Bulgarien und Griechenland gemeinsam die Osmanen aus der gesamten Region zwischen dem Mittelmeer und dem Ägäis-Hafen Thessaloniki, konnten sich dann aber nicht einigen über die Aufteilung der Beute: das heutige Albanien plus Mazedonien plus die nordgriechische Provinz Makedonien. Serbien forderte den Großteil Albaniens als Adria-Zugang, Griechenland Südalbanien (Epirus) und das heute griechische Makedonien, Bulgarien wollte Gesamtmazedonien, um eine Vormachtstellung auf dem Balkan zu erreichen.

Doch Österreich-Ungarn und Italien erhoben Einspruch gegen Serbiens Zugang zum Mittelmeer. Die Londoner Botschafterkonferenz der Großmächte gab im Juli 1913 einem unabhängigen Albanien den Segen. Serbien und Griechenland sahen sich um ihren Sieg betrogen und zwangen Bulgarien im zweiten Balkankrieg 1913 zur Aufteilung Großmakedoniens: Der Norden fiel an Serbien, der Süden mit Thessaloniki an Griechenland, Bulgarien blieb nur der bergige Pirin-Zipfel.

Eine Moral: Serbien war meist so stark, dass seine Großmachtansprüche nur durch Intervention der europäischen Mächte verhindert werden konnten. Albanien war meist so schwach, dass es seine Ziele nur durchsetzen konnte, wenn es die Unterstützung der Großmächte hatte.

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