Politik : Balkan-Krise: UN rufen Skopje zur Mäßigung auf

Die mazedonische Regierung hat die Militäroffensive gegen die albanischen Freischärler am Freitagabend für beendet erklärt. Man habe die Schlüsselpositionen im Grenzgebiet wieder unter Kontrolle, sagte Regierungssprecher Antonio Milososki. Zuvor hatte die internationale Gemeinschaft den Druck auf die mazedonische Regierung erhöht. Unter anderem hatte der Leiter der UN-Mission im Kosovo (UNMIK), Hans Häkkerup, bei einem Treffen mit der Regierung in Skopje eine politische Lösung des Konflikts gefordert.

Milososki sagte nicht, ob es sich um eine längere Gefechtspause handele. Allerdings stellte er Verhandlungen mit gemäßigten Vertretern der Albanern in Aussicht. Die "politische Schlacht" stehe allerdings noch bevor, betonte Milososki. Gespräche mit den Rebellen der "Befreiungsarmee" UCK lehnt die mazedonische Regierung weiter ab. Die UK-Rebellen wollten die Erfolgsmeldung der Regierung über die Eroberung von strategischen Schlüsselpositionen vorerst nicht kommentieren.

Die mazedonischen Truppen seien bei ihrem Vorstoß in die Hochburgen der Rebellen an der Grenze zum Kosovo praktisch auf keinen Widerstand gestoßen, sagte der zuständige mazedonische Oberst Blagoja Markovski. Rund 20 Aufständische, die das Feuer auf eine Armeepatrouille bei dem Ort Jazince eröffnet hätten, seien in der Nacht ins Kosovo zurückgedrängt worden.

UN-Kommissionsleiter Häkkerup sagte nach seinem Treffen mit Vertretern der mazedonischen Regierung in Skopje, es sei jetzt sehr wichtig, das Problem politisch anzugehen, damit die Extremisten nicht gewännen. Die Nato und die Vereinten Nationen bemühten sich, das Einsickern der Freischärler aus dem Kosovo zu beenden und die Grenze gegen illegale Übertritte zu verschließen. Es gebe offensichtliche Verbindungen zwischen Extremisten im Kosovo und in Mazedonien, sagte Häkkerup. So könne die Gewalt vom Kosovo nach Mazedonien übergreifen - aber auch umgekehrt.

Besorgt zeigte sich Häkkerup über den Mörserangriff vom Donnerstag auf ein Grenzdorf im Kosovo. Er forderte eine umfassende Untersuchung der Vorfälle. Beim Einschlag mehrerer Granaten waren dort zwei Menschen getötet und 20 weitere verletzt worden. Die Geschosse trafen den Ort Krivenik, der nur rund einen Kilometer von der Grenze zu Mazedonien entfernt liegt. Sowohl die mazedonische Armee als auch die UCK lehnten die Verantwortung für den Zwischenfall an Grenze ab.

Nato-Generalsekretär George Robertson sagte während eines Besuchs in Warschau, er sei entschlossen, die Wahrheit über den Granatenangriff in Krivenik herauszufinden. Der mazedonische Präsident Boris Trajkovski habe ihm telefonisch erklärt, dass seine Streitkräfte nicht daran beteiligt gewesen seien. Der Nato-Generalsekretär rief die albanischen Rebellen erneut dazu auf, ihre Waffen niederzulegen.

Die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) sprach sich indes für einen politischen Dialog zwischen der mazedonischen Regierung und der dortigen albanischen Minderheit - einschließlich der Rebellen - aus. Der OSZE-Sondergesandte für Mazedonien, Robert Frowick, sate nach Gesprächen mit Vertretern beider Seiten am Freitag in Wien: "Dies ist der Moment der Wahrheit für Mazedonien."

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