Politik : Balkan-Krise: "Wir wollen eine eigene Flagge"

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Als Führer der albanischen "Nationalen Befreiungsarmee" (NLA), die gemeinhin als mazedonische UCK bezeichnet wird, gilt der 60-jährige Fazli Veliu. Der frühere Lehrer pflegt enge Kontakte zur albanischen Befreiungsarmee im Kosovo (KLA), der kosovarischen UCK. Die wiederum unterstützt ihre Kampfgefährten in Mazedonien nach Kräften - mit Personal und Waffen. Veliu ließ die meisten seiner NLA-Rebellen von UCK-Kämpfern ausbilden. Der Mann wird von den mazedonischen Behörden als Drahtzieher eines Granatenangriffs in seiner Heimatstadt Krcevo im Jahr 1998 steckbrieflich gesucht. "Wir haben uns für den bewaffneten Kampf entschieden, weil wir unsere Ziele politisch nicht erreichen konnten", sagt er am Telefon. Zugleich gibt er vor, von einem "Großalbanien", einer Vereinigung aller Albaner auf dem Balkan, nichts wissen zu wollen: "Wir unterstützen die Integrität Mazedoniens, aber wir wollen gleiche Rechte, eine eigene Flagge, Sprache und Identität." Er fordert eine Volkszählung, die belegen werde, dass nicht nur 25 Prozent, sondern 45 Prozent der Mazedonier albanischer Herkunft seien. Die mazedonische Regierung lehnt jedwede Verhandlungen mit den Rebellen ab. Die an der Regierung beteiligte "Demokratische Partei der Albaner" (DPA) wird inzwischen von anderen albanischen Oppositionsparteien hart angegangen: DPA-Chef Arben Xhaferei agiere zu zaghaft. Deshalb lehnten es die beiden größten albanischen Oppositionsparteien ab, an einer Demonstration "Für Frieden und Gerechtigkeit" teilzunehmen.

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