Bangkok : Polizei verhandelt mit Flughafen-Besetzern

Noch immer blockieren die Regierungsgegner in Thailand die Flughäfen in Bangkok. Mehr als 100.000 Touristen und Geschäftsleute sitzen fest. Nun hat die thailändische Polizei nach eigenen Angaben Verhandlungen mit den Protestierern aufgenommen.

Demonstranten in Bangkok
Flughafen-Besetzer in Bangkok: ihnen drohen bis zu zwei Jahre Gefängnis. -Foto: AFP

Bangkok/Hannover/KölnDie thailändische Polizei hat nach eigenen Angaben Verhandlungen mit den regierungsfeindlichen Besetzern der Flughäfen in der Hauptstadt Bangkok aufgenommen. Die Gespräche hätten bereits begonnen, versicherte ein Sprecher des nationalen Polizeichefs am Sonntag. Die Polizei wolle nicht gewaltsam gegen die Besetzer vorgehen. Anführer der hinter den Protesten stehenden Volksallianz für die Demokratie (PAD) hatten zuvor Verhandlungen mit den Behörden dementiert und angekündigt, die Flughäfen nur bei einem Rücktritt der Regierung zu verlassen.

Die Polizei von Bangkok erließ eine offizielle Anordnung, wonach Besetzer des Flughafens Don Mueang mit Haft- sowie Geldstrafen rechnen müssen. Zudem seien Versammlungen von mehr als fünf Menschen verboten, hieß es in der Anordnung vom Sonntag. Demnach drohen den Besetzern bis zu zwei Jahre Gefängnis oder Geldstrafen von umgerechnet knapp 900 Euro, wenn sie den Flughafen nicht "umgehend" räumen. Ein ähnlicher Erlass gilt bereits für den Flughafen Suvarnabhumi.

Tui fliegt Urlauber aus Deutschland und der Schweiz aus

Mehr als 100.000 Touristen und Geschäftsleute sind gestrandet, seit Regierungsgegner am Dienstagabend den internationalen Flughafen und später auch den alten Airport Don Mueang überrannt haben und den Verkehr lahmlegen. Dem Reiseveranstalter Tui gelang es, rund 250 Urlauber aus Deutschland und der Schweiz mit einer Sondermaschine auszufliegen. Wie eine Sprecherin des Unternehmens am Sonntag in Hannover mitteilte, ist eine Maschine der niederländischen Tochtergesellschaft Arkefly aus Phuket kommend am Samstagabend auf dem Flughafen Köln-Bonn gelandet.

Die Maschine sei erneut zum Flughafen der thailändischen Insel Phuket unterwegs, um weitere festsitzende Urlauber aufzunehmen, sagte die Sprecherin. Am Montag werde die Maschine aus Thailand wieder in Köln-Bonn zurückerwartet.

Anhänger der PAD hatten den internationalen Suvarnabhumi-Airport am Dienstag besetzt, um die Rückkehr von Ministerpräsident Somchai Wongsawat von einer Auslandsreise zu verhindern. Einen Tag später legten sie auch den Don-Mueang-Airport für Inlandsflüge lahm. Am Donnerstag verhängte Somchai den Ausnahmezustand über die beiden Flughäfen. Zehntausende Passagiere sitzen infolge der Blockaden in Thailand fest. (nis/ddp/AFP)

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