Bangladesch : Friedensnobelpreisträger Yunus geht in die Politik

Der "Bankier der Armen" gründet eine eigene Partei in Bangladesch. Ökonom und Friedensnobelpreisträger Muhammad Yunus will der unter Korruption und Gewalt leidenden Demokratie in seiner Heimat neues Leben einhauchen.

Dhaka - Yunus, der auch unter dem Beinamen "Bankier der Armen" bekannt wurde, kündigte die Gründung einer eigenen Partei namens "Nagorik Shakti" ("Bürgerkraft") an.

Er wolle die Tradition der Konfrontation in der Politik Bangladeschs aufbrechen und stattdessen mehr Ehrlichkeit und Einheit einbringen, kündigte Yunus an. Die Menschen in Bangladesch sehnten sich nach Veränderung. Seine Politik werde "säkular, demokratisch und frei von Korruption sein".

Instabile Regierungsverhältnisse

Yunus hatte im vergangenen Jahr für seine Vorreiterrolle bei der Vergabe von so genannten Mikrokrediten zur Armutsbekämpfung den Nobelpreis erhalten. Einen Gang in die Politik hatte der Wirtschaftsprofessor zunächst abgelehnt.

Yunus' Sinneswandel fällt in eine chaotische Phase: Bei Unruhen zwischen Anhängern der zwei großen Parteien in Bangladesch, der BNP und der Awami-Liga, starben in den vergangenen Monaten 35 Menschen. Die beiden politischen Formationen haben sich seit Wiederherstellung der Demokratie 1990 an der Macht abgelöst. Nach Ablauf ihres fünfjährigen Regierungsmandates gab die BNP im vergangenen Oktober die Macht an eine Interimsregierung ab. Diese wurde bereits einmal ausgetauscht.

Neuer Übergangs-Regierungschef ist seit Mitte Januar der von der Armee unterstützte frühere Zentralbankchef Fakhruddin Ahmed. Neuwahlen waren ursprünglich für den 22. Januar angesetzt, wurden dann aber wegen der Gewalt auf den Straßen abgesagt. Ein neuer Termin steht noch nicht fest. (tso/AFP)

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