Politik : Bank trennt sich von Rupf

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Die Bankgesellschaft Berlin streicht wegen hoher Verluste mehr als ein Viertel ihrer Stellen. Bis 2005 sollen 4000 Arbeitsplätze abgebaut werden, teilte der Aufsichtsratsvorsitzende der Bankgesellschaft Berlin, Dieter Feddersen, am Freitag nach einer Sitzung des Gremiums mit. Ob Entlassungen vermieden werden können, ist noch unklar. Gleichzeitig legte der Vorstandsvorsitzende Wolfgang Rupf sein Amt mit sofortiger Wirkung nieder. Bis Ende des Jahres wird er der Bank aber noch beratend zur Seite stehen, hieß es. Sein bisheriger Stellvertreter Hans-Jörg Vetter, der erst Anfang November als Immobilienvorstand und stellvertretender Vorstandsvorsitzender zur Bankgesellschaft gekommen war, übernimmt die Führungsaufgaben im Konzern. Vetter erklärte, man werde sich künftig auf die Kernfelder der Bank wie das Retail- und Firmenkundengeschäft im Großraum Berlin konzentrieren.

Führungswechsel und Personalabbau sind Teile eines umfassenden Restrukturierungskonzeptes, dessen Kern die vollständige Freistellung der Bank von den Risiken des Immobiliengeschäftes der Tochtergesellschaften IBG und IBAG durch das Land Berlin ist. Das Immobiliengeschäft wird für die Schieflage des Gesamtkonzerns verantwortlich gemacht. Noch aber ist unklar, wie das Land die Risiken aus dem Fonds- und dem Massenbauträgergeschäft übernehmen kann, ohne dabei EU-Recht zu verletzen. Gelingt dies, könnte die Bankgesellschaft nach Angaben von Vetter bereits im laufenden Jahr ein ausgeglichenes Ergebnis vorlegen. Im vergangenen Jahr wurde eine Konzernverlust von über drei Milliarden Mark ausgewiesen. In den ersten neun Monaten lag das Betriebsergebnis nach Risikovorsorge bei minus 279 Millionen Euro.

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