Baskenland : Mutmaßliche Eta-Waffenverstecke gefunden

Spaniens Polizei hat im Baskenland zwei Waffenlager aufgespürt, die von der Untergrundorganisation Eta angelegt worden sein sollen. Die Waffen sollen aus Frankreich nach Spanien gelangt sein.

Madrid - Neun Monate nach der Erklärung einer "Waffenruhe" durch die Eta wächst in Spanien die Angst vor neuen Terroranschlägen der baskischen Untergrundorganisation. Die Polizei entdeckte im Baskenland zwei Waffenverstecke, die nach Angaben der Ermittler wahrscheinlich der Unabhängigkeitsgruppe gehörten. Eines davon sei erst vor wenigen Tagen angelegt worden. Dies deutete nach Presseberichten darauf hin, dass die Separatisten ihre im März verkündete "Waffenruhe" zu einer Aufrüstung nutzen.

"Die Sache ist höchst bedenklich", sagte ein Beamter des Madrider Innenministeriums der Zeitung "El País". In dem Versteck befanden sich mehrere Zünder und 50 Kilogramm Substanzen für die Herstellung von Sprengsätzen. Der Fund ist nach Ansicht von Sicherheitsexperten ein Anzeichen dafür, dass die Eta-Führung in Frankreich ihren Terrorkommandos in Spanien Material für Bombenanschläge zukommen lässt.

Opposition: Kontakte zur Eta abbrechen

Vor zwei Monaten hatten Eta-Terroristen bei einem Überfall auf eine Waffenhandlung in Frankreich 350 Revolver und Pistolen erbeutet. Im Baskenland verüben Eta-Anhänger fast täglich Brandanschläge und Sabotageakte. Die konservative Opposition in Spanien forderte die sozialistische Regierung von Ministerpräsident José Luis Rodríguez Zapatero auf, angesichts der Gewaltakte den Friedensprozess im Baskenland für gescheitert zu erklären und alle Kontakte zur Eta abzubrechen.

Die Eta hatte Ende März eine "dauerhafte Waffenruhe" verkündet und seither keine Bomben- und Mordanschläge mehr verübt. Die Madrider Regierung sah darin ein Zeichen, dass die Separatisten zu einer Aufgabe des Terrors und zu einer Niederlegung der Waffen bereit seien. Madrid erklärte sich zu Gesprächen mit der Eta bereit und holte sich eine Billigung des Parlaments zur Aufnahme von Verhandlungen ein. Die anhaltende Gewalt im Baskenland brachte den Friedensprozess in letzter Zeit jedoch immer mehr an den Rand des Scheiterns. (tso/dpa)

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