Politik : Bauarbeiten für Stuttgart 21 laufen wieder

Weiter Proteste gegen Bahnhofsprojekt

Stuttgart - Die Bahn hat die Bauarbeiten für das umstrittene Bahnprojekt Stuttgart 21 wieder aufgenommen. Seit Dienstagmorgen werde weiter am Aufbau eines Rohrsystems für das Grundwassermanagement gebaut, sagte ein Sprecher des Kommunikationsbüros. Zuvor hatten zahlreiche Stuttgart-21-Gegner die Baustelle blockiert.

Die Bauarbeiten waren unterbrochen worden, nachdem Gegner des unterirdischen Durchgangsbahnhofs am 20. Juni die Baustelle nach einer Demonstration gestürmt hatten. Dabei war laut Polizei und Bahn ein Sachschaden von etwa 1,5 Millionen Euro entstanden. Zudem waren Polizeiangaben zufolge neun Polizisten verletzt worden.

Am Dienstagmorgen blockierten erneut zahlreiche Gegner die Baustelle zum Grundwassermanagement. Bis zu 300 Menschen hielten sich in der Einfahrt der Baustelle auf, wie ein Sprecher der Polizei sagte. Deshalb hätten Baufahrzeuge nicht auf das Gelände fahren können. Dem Sprecher zufolge gab der Großteil der Menschen auf eine Aufforderung der Polizei hin den Weg frei. 37 Gegner hätten jedoch weggetragen oder weggeführt werden müssen. Den Blockierern seien Platzverweise ausgesprochen worden. Gegen die Aktivisten werde nun wegen des Verdachts der Nötigung ermittelt, erklärte der Sprecher weiter. Außerdem könnten ihnen die Kosten für das Wegtragen auferlegt werden.

Über die Finanzierung des Bahnprojektes sowie der von Schlichter Heiner Geißler vorgeschlagenen Kombilösung gibt es weiterhin Differenzen unter den Projektträgern. Die Deutsche Bahn stellte jetzt klar, für das Bahnprojekt seien komplette Neuberechnungen der Kosten nicht nötig. Ein Regierungssprecher hatte zuvor bestätigt, dass Bahnchef Rüdiger Grube eine grundlegende Aktualisierung seiner „Kosten- und Risikosituation“ angekündigt habe. Die Stadt erwartet, dass die Kombilösung aus Tief- und Kopfbahnhof deutlich teurer als der unterirdische Durchgangsbahnhof wird. Von der Bahn hieß es nun, nach der Vergabe der Bauaufträge für die Tunnelbauten werde die bisherige Kostenkalkulation lediglich fortgeschrieben. Es sei selbstverständlich, dass die Projektpartner regelmäßig über die Kostenkalkulation informiert würden. Nach den Vergaben würden deren genaue Kosten mit den Ansätzen in der Kostenkalkulation verglichen. So werde nachgewiesen, dass der Konzern die Kosten im Griff habe. dapd/dpa

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