Baubranche : Über Hunderttausend erhalten keinen Mindestlohn

Der Zentralverband des Deutschen Baugewerbes beklagt zahlreiche Verstöße gegen die in der Branche geltenden Mindestlöhne. Bis zu 150.000 Beschäftigte würden zu gering entlohnt.

Frankfurt/MainDer Mindestlohn werde "massenhaft unterschritten", viele ignorierten ihn, sagte der Präsident des Zentralverbands des Deutschen Baugewerbes, Hans-Hartwig Loewenstein, der "Frankfurter Rundschau".

"Wir schätzen, dass bis zu 150.000 Bau-Beschäftigte keinen Mindestlohn erhalten." Hinzu kämen viele Arbeitnehmer, "die nur den niedrigeren Ost-Lohn bekommen, obwohl sie auf einer West-Baustelle arbeiten". Den Behörden gelinge es kaum, diese Verstöße einzudämmen.

Loewenstein plädierte für einen einheitlichen Mindestlohn für alle auf der Baustelle Beschäftigten, um Kontrollen zu erleichtern. Zusätzlich könne er sich eine tarifliche Regelung vorstellen: "Wenn die Belegschaft zustimmt, wird eine Berufskleidung eingeführt, an der ein Emblem der Bau-Sozialkassen angebracht ist." Auf diese Weise könne man sofort sehen, dass die Leute nicht illegal beschäftigt seien. (mit ddp)

» Gratis: Tagesspiegel + E-Magazin "Wahl 2017"

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben