Politik : Bauernverband verlangt Politikwechsel

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Rostock Der Bauernverband hat umfassende Korrekturen der Agrarpolitik gefordert. In den vergangenen Jahren sei die Wettbewerbsstellung der Landwirte kontinuierlich verschlechtert worden, sagte Verbandspräsident Gerd Sonnleitner in Rostock zu Beginn des Bauerntags vorn rund 7000 Landwirten. Beispiele dafür seien die Belastung durch die Ökosteuer oder der Wegfall der Steuerbegünstigung für Agrardiesel. „Unsere Landwirtschaft braucht einen Politikwechsel“, verlangte Sonnleitner.

Sonnleitner sagte, die deutsche Landwirtschaft müsse von der Politik wieder als Wirtschaft wahrgenommen werden, nicht nur als Landschaftspfleger. 15 Prozent des Bruttoinlandsproduktes würden von der Agrarbranche erwirtschaftet. Die Landwirtschaft sei fest am Standort Deutschland verwurzelt. Die deutschen Bauern stünden für eine nachhaltige Landbewirtschaftung und Tierhaltung. „Diese Regeln müssen aber für alle Wettbewerber im Markt gelten.“ Er wandte sich damit gegen die Verschärfung von EU-Richtlinien in Deutschland. Zuvor hatten 100 Bauern mit Kühen vor der Rostocker Stadthalle gegen die sinkenden Erzeugerpreise für Milch demonstriert. Der Verkauf von Lebensmitteln unter Einstandspreis sei ein Skandal und müsse verboten werden, verlangten sie.

Die Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL) forderte, die EU- Agrarbeihilfen an der Zahl der Arbeitsplätze in einem Betrieb statt nach der Fläche zu bemessen. Das jetzige System führe zur Verdrängung der über Jahrhunderte gewachsenen bäuerlichen Strukturen und zur Schaffung von rationalisierten Großbetrieben, kritisierte der Verband, der sich als agrarpolitischen Gegenpol zum Bauernverband sieht. dpa

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