Bayerische Wählergunst : CSU sackt dramatisch ab

Absolute Mehrheit in Gefahr: Fünf Monate vor der Landtagswahl ist die CSU laut einer Umfrage in der Wählergunst auf nur noch 44 Prozent gefallen. Doch der bayerischen SPD nutzt der christlich-soziale Schwächetrend nichts.

München Die CSU ist in einer Meinungsumfrage auf nur noch 44 Prozent Zustimmung abgestürzt. Da SPD, Grüne, FDP und Freie Wähler aktuell zusammen auf 49 Prozent Zustimmung kommen, wackelt damit die absolute Mehrheit der Christsozialen, wie die am Freitag von Antenne Bayern veröffentlichte repräsentative Umfrage des Münchner Marktforschungsinstituts "mifm" ergab. Der CSU schadet demnach vor allem das Gezerre um den Transrapid und Versäumnisse in der Schulpolitik. Die CSU hatte zuletzt 1966 bei einer Landtagswahl weniger als 50 Prozent erreicht. Unter dem früheren CSU-Chef und Ministerpräsidenten Edmund Stoiber war sie 2003 auf 60,7 Prozent gekommen und regiert seitdem mit Zwei-Drittel-Mehrheit. Bei der letzten "mifm"-Umfrage lag die CSU noch bei 50 Prozent.

Die SPD als stärkste bayerische Oppositionspartei kann von der Schwäche der Christsozialen allerdings nicht profitieren. Sie bleibt mit 20 Prozent Zustimmung gegenüber der letzten Erhebung von Februar unverändert. Auch die Grünen bleiben unverändert bei elf Prozent. Frustrierte CSU-Anhänger würden der Umfrage zufolge vor allem zu den Freien Wählern abwandern, die aktuell bei neun Prozent liegen. Auch die FDP käme demnach auf neun Prozent, die Linken würden dagegen mit drei Prozent den Einzug ins Maximilianeum deutlich verfehlen.

Wie Antenne Bayern weiter mitteilte, litten auch die Sympathiewerte der führenden CSU-Politiker. CSU-Chef Erwin Huber wird laut Umfrage nur von 41 Prozent der Bayern als sympathisch bewertet, 49 Prozent finden ihn dagegen unsympathisch. Im Februar hegte noch eine Mehrheit von 57 Prozent Sympathien für den Niederbayern. Ministerpräsident Günther Beckstein wird immer noch von einer deutlichen Mehrheit von 67 Prozent als sympathisch empfunden, im Februar waren es aber sogar 75 Prozent. Trotz dieser Einbußen will eine übergroße Mehrheit von 73 Prozent der Menschen in Bayern Stoiber weder als CSU-Chef noch als Ministerpräsident zurückhaben. (jam/AFP/dpa)

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