Bayern : Pauli tritt aus der CSU aus

Die "schöne Landrätin" Gabriele Pauli verlässt die CSU. Ihr scheint vor allem der Stil in der männerdominierten bayerischen Partei nicht zu passen. "Ich gehe wegen der Art und Weise, wie man sich mir gegenüber verhalten hat", sagte Pauli in Richtung CSU-Chef Erwin Huber.

Pauli
Zum Abschied ein lautes Servus: Die zukünftige Ex-CSU-Politikerin Gabriele Pauli. -Foto: ddp

München"Ich trete aus der CSU aus", sagte Pauli in einem Interview mit dem Magazin "Vanity Fair". Da der neue Parteivorsitzende Erwin Huber seit Monaten nicht auf sie zugekommen oder auf ihre Vorstellungen und Forderungen eingegangen sei, habe sie sich zu diesem Schritt entschlossen. Pauli ließ offen, ob sie eine eigene Partei gründen oder einer anderen beitreten werde. Beides seien "Optionen". Eine offizielle Bestätigung für den Austritt war heute von Pauli nicht zu erhalten.

"Ich möchte einen Kreis von Menschen finden, der für eine Politik der Offenheit steht, um einem neuen Denken, das sich viele ersehnen, Kraft zu verleihen", erläuterte Pauli in der Zeitschrift ihre Zukunftspläne. Ihr Austritt sei die Konsequenz des vergangenen Jahres, sagte Pauli. Die Fürtherin ist verärgert darüber, dass nur andere von der von ihr angezettelten Parteirevolte profitiert haben. Sie gehe nicht, weil sie die Wahl zur Parteivorsitzenden verloren habe, sondern wegen der Art und Weise, wie man sich ihr gegenüber verhalten habe. Pauli hatte auf dem CSU-Parteitag Ende September gegen Bundeslandwirtschaftsminister Horst Seehofer und den letztlich erfolgreichen Erwin Huber um den Parteivorsitz kandidiert. Sie erhielt dabei nur 24 Stimmen (2,5 Prozent). Zuvor hatte sie sich unter anderem mit dem Vorschlag, Ehen zeitlich zu begrenzen, innerhalb ihrer Partei isoliert.

In einem Brief an CSU-Chef Huber schrieb Pauli laut "Vanity Fair": "Um Neuem Raum zu geben, muss man Altes loslassen. Wer sich für andere einsetzt, sollte das unabhängig vom eigenen Ansehen und Status tun. Nur so ist Politik glaubhaft. Viele Politiker in unserer Partei haben dieses Ziel aus den Augen verloren, versuchen, ihre persönliche Stellung zu wahren, und ordnen die offene Diskussion dem eigenen Machtstreben unter."

Pauli hatte mit ihrer Kritik an Edmund Stoiber auch zu dessen Sturz als Ministerpräsident und CSU-Chef beigetragen. Hinter "vorgehaltener Hand" seien weite Teile der CSU-Spitze schon nach der Bundestagswahl 2005 der Meinung gewesen, dass Stoiber nicht noch einmal als Spitzenkandidat zur bayrischen Landtagswahl antreten solle, sagt Pauli "Vanity Fair". Nur habe das aus Karrieregründen niemand offen gesagt. (mit AFP/dpa)

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