Politik : Bayern-SPD will Kleinmut bekämpfen

Würzburg - Die bayerische SPD will mit neuem Kampfgeist in das Wahljahr 2008 ziehen. Der designierte Landtagsspitzenkandidat Franz Maget forderte seine Partei am Sonntag auf dem Landesparteitag in Würzburg zur Überwindung des „Oppositionsgeists“ auf. Die 50-jährige Alleinherrschaft der CSU gehe ihrem Ende entgegen. Die SPD müsse eine Aufholjagd starten. „Reißt den Kleinmut aus euren Herzen“, sagte Maget. Dennoch war das Treffen von dem internen Konflikt um die Reformpolitik der Berliner SPD-Spitze geprägt. Landeschef Ludwig Stiegler erlitt bei seiner Wiederwahl am Samstag mit einem Ergebnis von 87,9 Prozent einen Dämpfer.

Maget bekräftigte trotz der derzeit schlechten Umfragewerte von unter 20 Prozent das Ziel, 2008 die absolute Mehrheit der CSU zu brechen. Der Fraktionschef der Landtags-SPD warf der CSU vor, sozialdemokratische Konzepte zu kopieren. Die SPD habe jahrelang den Ausbau der Kinderbetreuung und Ganztagsschulen gefordert, bevor die CSU umgeschwenkt sei.

Stieglers Wahlergebnis war das bislang schlechteste Ergebnis des 63-Jährigen in seiner Amtszeit. Delegierte machten dafür die Bundespolitik verantwortlich. 2005 hatte Stiegler, der auch SPD-Fraktionsvize im Bundestag ist, noch 95,1 Prozent erhalten. Er warnte die Partei vor selbstzerstörerischen Tendenzen. Es gebe in der SPD mehr Frust als Lust am Regieren. SPD-Chef Kurt Beck machte den bayerischen Parteifreunden Mut. Die „absolute Dominanz“ der CSU sei „weit über die Zeit“ und „überreif“. dpa

» Gratis: Tagesspiegel + E-Magazin "Wahl 2017"

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben