Politik : Bayerns Wirte für generelles Rauchverbot

Rainer Woratschka

Berlin - Frischen Wind in die Rauchverbotsdebatte hat der Bayerische Hotel- und Gaststättenverband (BHG) gebracht. Überraschend fordert er nun, den blauen Dunst in sämtlichen Lokalen zu untersagen. Der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga), der bisher auf freiwillige Lösungen gedrängt und vor wirtschaftlichen Einbußen durch Rauchverbote gewarnt hatte, reagierte verärgert.

Ausschlaggebend für den Richtungswechsel sei der immer lauter werdende „Ruf seitens der Gäste nach einem deutlich größeren Angebot für Nichtraucher“ gewesen, sagte der neue BHG-Präsident Siegfried Gallus dem Tagesspiegel. Zudem befürworteten nach all dem Hin und Her inzwischen auch viele Gastronomen eine eindeutige Regelung. Diese Eindeutigkeit könne nur durch ein generelles Rauchverbot erreicht werden. Aus Gründen der Chancengleichheit müsse es aber auch für Bierzelte, Vereinsheime und „alle anderen Veranstaltungen, bei denen eine größere Anzahl von Menschen zusammentrifft“, gelten. Auf Drängen Bayerns hatte die Koalition im Bund neben Kneipen und Bars auch Bierzelte von Rauchverboten ausnehmen wollen. Die Abgrenzung wäre unklar, meint Gallus. Außerdem werde die dadurch bevorzugte Gastronomie in Zelten und Vereinsheimen zunehmend zum Problem.

„Der Föderalismus tobt nicht nur in der Politik“, sagte Dehoga-Hauptgeschäftsführerin Ingrid Hartges dem Tagesspiegel. Es sei aber nicht Aufgabe eines Wirtschaftsverbandes, gesetzliche Reglementierungen mit Verboten einzufordern. Heute beraten die Ministerpräsidenten in Berlin darüber, ob trotz des Scheiterns einer bundesweiten Regelung beim Nichtraucherschutz ein einheitliches Vorgehen möglich ist.

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