Politik : BBC: Nordallianz steht 25 Kilometer vor Kabul

Die afghanische Nordallianz hat bei ihrem Vormarsch in Afghanistan weitere Geländegewinne erzielt und stand am Montag unweit der Hauptstadt Kabul. Inzwischen kontrolliert das Oppositionsbündnis nach offiziell nicht bestätigten Angaben bis zu einem Drittel des Landes. Der britische Premierminister Tony Blair nannte die Gewinne der Nordallianz "sehr bedeutend".

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Fotostrecke: Der Krieg in Afghanistan Die britische BBC meldete, die Nordallianz habe am Montagnachmittag nur noch etwa 25 Kilometer vor der afghanischen Hauptstadt Kabul gestanden. Blair zeigte sich jedoch zuversichtlich, dass das Oppositionsbündnis den Wünschen der internationalen Anti-Terror-Koalition entsprechen und nicht in Kabul einrücken werde. Der pakistanische Staatspräsidenten Pervez Musharraf sagte der "Washington Post", die Anti-Terror-Koalition sei sich darüber einig, dass Kabul eine entmilitarisierte Stadt werden solle.

Über den genauen Verlauf der Front in Afghanistan gab es am Montag erneut widersprüchliche Angaben. Die Nordallianz kontrolliert inzwischen nach eigenen Angaben sieben Provinzen ganz. Dabei handelt es sich um Samangan, Jauzjan, Sar-i-Pul, Bamian, Badghis, Balch und Farjab. Die Provinzen Tachar, Baghlan seien zumindest zum Teil unter der Kontrolle der oppositionellen Milizen, hieß es. Während iranische Medien zudem die Einnahme der Stadt Herat im Westen des Landes und der nördlichen Provinz Kundus meldeten, bestritten die Taliban dies. Ein Taliban-Sprecher sagte nach Angaben der in Pakistan ansässigen afghanischen Agentur AIP, die Einheiten hätten sich aus taktischen Gründen aus verlorenen Provinzen zurückgezogen.

Neue Lebenszeichen

Von den seit Anfang August in Afghanistan inhaftierten vier deutschen Entwicklungshelfern gibt es neue Lebenszeichen. Ein Sprecher des Auswärtigen Amtes teilte in Berlin mit, am Montag seien Briefe der Inhaftierten an ihre Angehörigen eingetroffen, die ein afghanischer Bote überbracht habe. Die Briefe stammten aus der vergangenen Woche. Über den Inhalt der Schreiben wollte der Sprecher allerdings keine Angaben machen.

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