Politik : Beck statt Steinmeier? Gerücht bekannt, Urheber nicht

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Berlin - Eine Spekulation gibt der SPD Rätsel auf. Am Wochenende hatte der „Spiegel“ gemeldet, Mitglieder der Parteispitze suchten nach Wegen, SPD-Chef Kurt Beck doch noch im Bundeskabinett zu platzieren – wahlweise als Nachfolger von Außenminister Frank-Walter Steinmeier oder Arbeitsminister und Vizekanzler Franz Müntefering. Nun fragen sich führende Genossen, wer der Urheber des Gerüchts sein könnte, dessen Wahrheitsgehalt nach allgemeiner Überzeugung bei null liegt.

Dass in der SPD niemand an einen Wechsel des rheinland-pfälzischen Ministerpräsidenten nach Berlin glauben mag, liegt weniger an den umgehenden Dementis von Beck („frei erfunden“) und Müntefering („Unsinn“), sondern vor allem an mangelnder Plausibilität. Denn als Mitglied einer Regierung Merkel hätte sich der SPD-Vorsitzende der Kabinetts- und Koalitionsdisziplin zu unterwerfen; er würde also Spielraum verlieren, um sich gegen die Kanzlerin zu profilieren. Und gerade daran kann Beck, dem der feste Wille zur SPD-Kanzlerkandidatur nachgesagt wird, kein Interesse haben. Seine Chance liegt in wohldosierter Distanz zur Amtsinhaberin, und diese Distanz wird größer werden, je näher die Bundestagswahl rückt.

Gegen einen Wechsel Becks ins Kabinett spricht aus Sicht der Genossen außerdem, dass er im Falle einer gescheiterten SPD-Spitzenkandidatur in Mainz weiter als Ministerpräsident regieren kann, während er als Bundesminister am Ende womöglich ohne Amt dastünde. Das alles wirft für ein SPD-Präsidiumsmitglied die Frage auf, wer wohl ein Interesse daran habe, Beck und Müntefering mit diesem „ganz großen Bullshit“ zu schaden. Vielleicht stecke ja die CDU dahinter, lautet die Antwort. Eigentlich könne nur der Union daran gelegen sein, eine Nachfolgedebatte um Beck in Rheinland-Pfalz loszutreten und Müntefering als „lahme Ente“ darzustellen. Aber auch das ist nur eine Spekulation. has

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