Politik : Beck weist Bericht über Bundestagskandidatur zurück

Berlin - SPD-Chef Kurt Beck hat einen Bericht des Südwestrundfunks (SWR) als „frei erfunden“ zurückgewiesen, wonach er am 13. September auf dem Parteitag seines rheinland-pfälzischen Landesverbands seine Kandidatur für den Bundestag im kommenden Jahr ankündigen werde. SPD-Sprecher Lars Kühn hatte den Bericht ebenfalls klar dementiert: „Das ist völliger Unfug. Es gibt eine solche Entscheidung nicht.“

Der SWR meldete dennoch, dass „gut informierte Kreise“ die Absicht Becks bestätigt hätten. Nach dem Bericht des Senders soll Beck entschlossen sein, bei einer Wahl in den Bundestag sein Mandat auch dann anzunehmen, wenn die SPD in die Opposition gehen muss. Allein eine Kandidatur für den Bundestag bedeute aber noch keine Entscheidung über eine Kanzlerkandidatur. Auch die „Rheinische Post“ berichtete über Wechselabsichten des SPD-Chefs nach Berlin. Beck wolle sich auf Platz eins der rheinland-pfälzischen Landesliste absichern lassen und dann möglicherweise den Vorsitz der SPD-Bundestagsfraktion übernehmen, meldete das Blatt unter Berufung auf Parteikreise in Berlin und Rheinland-Pfalz. Das Thema solle in der nächsten Sitzung des SPD-Landesvorstandes besprochen werden. Neben Beck wird Außenminister Frank-Walter Steinmeier als Herausforderer von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) gehandelt.

Die Entscheidung über die Spitzenkandidatur der SPD soll in diesem Herbst fallen. Wie der SWR weiter berichtete, wird in Mainz seit längerem parteiintern darüber spekuliert, ob sich Beck durch die Doppelbelastung als Ministerpräsident und SPD-Bundesvorsitzender auf seine jeweilige Arbeit ausreichend konzentrieren kann. Der 59-jährige Beck ist seit 1994 Regierungschef in Rheinland-Pfalz und damit der dienstälteste Ministerpräsident. Tsp/dpa

0 Kommentare

Neuester Kommentar