Politik : Beck will mit Taliban verhandeln

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Neu-Delhi/Kabul - Der SPD-Vorsitzende Kurt Beck hat sich mit einem mutigen Vorstoß weiter vorgewagt als andere westliche Spitzenpolitiker bislang: Bei seinem am Montag beendeten Kabulbesuch sprach Beck von einer möglichen neuen Friedenskonferenz für Afghanistan, vielleicht unter Teilnahme moderater Taliban. Gastgeber könnte nach Becks Vorstellung wieder Deutschland sein. Auf dem Petersberg bei Bonn wurden Ende 2001 die Weichen für die Zukunft Afghanistans gestellt. Damals waren die Taliban nicht vertreten – sie schienen endgültig besiegt und ohne Zukunft in Afghanistan. Doch trotz aller Bemühungen der internationalen Gemeinschaft – am Montag starteten in Jagel deutsche Tornado-Flugzeuge zu ihrem umstrittenen Aufklärungseinsatz am Hindukusch – ist es den Taliban gelungen, wieder Fuß zu fassen und ganze Distrikte zurückzuerobern. Inzwischen sind in Afghanistan fast 50 000 ausländische Soldaten stationiert, um sie zu bekämpfen – mehr als je zuvor. Bisherige Versuche der afghanischen Regierung, mit moderaten Rebellen zu reden, seien halbherzig gewesen, sagt ein paschtunischer Professor im pakistanischen Peschawar nahe der Grenze zu Afghanistan, der anonym bleiben will. Ernste Verhandlungen könnten die Taliban dagegen spalten. Die Hardliner um Talibanführer Mullah Omar müssten dann bekämpft und „vernichtet“ werden. dpa

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