Politik : Beckstein dringt auf Zentrum gegen Vertreibungen

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Nürnberg Bayerns Innenminister Günther Beckstein (CSU) dringt auf die rasche Errichtung eines Zentrums gegen Vertreibungen. „Ich halte das Gedenkjahr 2005 für ideal, dieses Projekt endlich auf den Weg zu bringen“, sagte Beckstein am Sonntag bei der Hauptkundgebung des Deutschlandtreffens der Landsmannschaft Schlesien in Nürnberg. Er werde sich „auch ganz persönlich“ für dieses Projekt weiterhin nachdrücklich einsetzen.

Beckstein sagte weiter, das Gedenken an das Leid des eigenen Volkes bedeute keine Relativierung der deutschen Schuld. Es stelle auch nicht den Versuch dar, die Geschichte umzuschreiben. Es sei nach wie vor wichtig und berechtigt, auf das Unrecht der Vertreibung hinzuweisen, für die Heilung dieses Unrechts einzutreten und die Hand zur Verständigung auszustrecken. „Jedes Opfer von Gewalt steht in seiner Würde und in seinem Menschsein für sich. Deshalb ist die Vertreibung der Schlesier aus ihrer angestammten Heimat ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit und ein schweres Unrecht.“ Der Vorsitzende der Landsmannschaft Schlesien, Rudi Pawelka, warnte davor, 60 Jahre nach Ende des Zweiten Weltkriegs einen Schlussstrich unter die Vergangenheit zu ziehen. Das nationalsozialistische Unrecht dürfe nicht dazu missbraucht werden, gegen die Anliegen der Heimatvertriebenen Stimmung zu machen, sagte Pawelka. ddp/dpa

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