Politik : Beckstein greift Huber an

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München Im Machtkampf um das Amt des bayerischen Ministerpräsidenten hat Innenminister Günther Beckstein seinen Kontrahenten Erwin Huber indirekt für die Schlappe der CSU bei der Bundestagswahl mitverantwortlich gemacht. Wenn man die Menschen wie bei der Verwaltungsreform nur zum Mitmachen zwinge, werde man oft scheitern, sagte Beckstein dem Sender „Antenne Bayern“. „Für mich heißt es deshalb, noch intensiver mit anderen zu diskutieren.“ Beckstein und Huber wollen beide Regierungschef Edmund Stoiber beerben, der als Wirtschaftsminister nach Berlin gehen will.

Staatskanzleichef Huber hatte in einem getrennt aufgezeichneten Interview des Senders Fehler eingeräumt. Er sei manchmal vielleicht etwas zu ungestüm gewesen. „Nicht alles trägt einem heutzutage nur Lob ein, aber man muss eben in einer schwierigen Zeit auch schwierige Aufgaben angehen“, sagte der CSU-Politiker.

Beckstein bekräftigte, im Falle einer Niederlage gegen Huber sein Bundestagsmandat auszuüben. „Ich habe mir in den letzten Jahren einen eigenen Kopf erarbeitet und dieser Kopf ist nicht willig, sich einem Erwin Huber unterzuordnen und von ihm Weisungen entgegenzunehmen.“ Für den umgekehrten Fall bot er an, ihn bei der Bildung des Kabinetts miteinzubeziehen. Huber betonte erneut, er würde auch unter einem Ministerpräsidenten Beckstein im Kabinett bleiben.

Der neue bayerische Regierungschef soll am 15. November in der Landtags-CSU bestimmt werden, wenn Stoiber nach Abschluss einer großen Koalition Minister in einem Kabinett von CDU-Chefin Angela Merkel wird. Diesem Fahrplan hatte die Fraktion am Mittwoch auf Drängen Stoibers zugestimmt. Ursprünglich wollten die Abgeordneten eine schnellere Klärung. dpa

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