Beckstein-Nachfolge : Vier zu Eins für Seehofer

Das Tauziehen in der CSU um die Nachfolge des bayerischen Ministerpräsidenten Beckstein geht weiter. Am Montag sprachen sich nach dem mächtigen Bezirk Oberbayern drei weitere Vorstände für den designierten Parteivorsitzenden Seehofer aus. Davor gaben die Mittelfranken bereits ein Votum für Herrmann ab.

MünchenIm Streit um die Nachfolge von Ministerpräsident Beckstein erhält Bundesagrarminister Horst Seehofer weitere Unterstützer. Die Vorsitzenden der CSU-Bezirksverbände von Niederbayern, Schwaben und München, Manfred Weber und Markus Ferber, warben am Montag für ihn. Der mittelfränkische CSU-Bezirksvorstand unterstützte dagegen die Kandidatur von Innenminister Joachim Herrmann. Dritter Kandidat ist Wissenschaftsminister Thomas Goppel.

Herrmann betonte im Bayerischen Rundfunk, man sei jetzt "in guten Gesprächen" in der CSU-Landtagsfraktion und mit den Mitgliedern des Parteivorstands. Der Chef des CSU-Bezirks Mittelfranken fügte mit Blick auf die bevorstehende Abstimmung in der CSU-Fraktion hinzu: "Ich denke, dass wir am Mittwoch dann eine kluge Entscheidung hinbekommen werden."

Nach dem Wahldebakel wollen viele die Kräfte der Partei bündeln

Der mittelfränkische CSU-Bezirksvorstand hatte sich am späten Sonntagabend in Röthenbach einstimmig für Herrmann ausgesprochen. Nach Angaben von Vize-Bezirkschef Manfred Weiß heißt es in dem entsprechenden Beschluss, man sei überzeugt davon, dass der Innenminister "die ganze CSU-Landtagsfraktion mit allen Landesteilen einigt und repräsentiert".

Zugleich begrüßte die mittelfränkische CSU-Spitze die Kandidatur von Seehofer für den CSU-Vorsitz. Sie unterstrich: "Wir halten es für richtig, dass er in dieser neuen Funktion für eine starke Präsenz und Wahrnehmung der CSU in Berlin sorgt und die CSU als Spitzenkandidat in die Bundestagswahl 2009 führt."

Weber mahnte dagegen in der "Passauer Neuen Presse", Seehofer solle nicht nur den CSU-Vorsitz, sondern auch den Posten des Ministerpräsidenten übernehmen. Er betonte: "Wir wollen die Ämter zusammenfassen." Auch Ferber sagte im Deutschlandfunk, nach dem CSU-Debakel bei der Landtagswahl müssten die Kräfte gebündelt werden. Es sei richtig, Seehofer mit beiden Ämtern zu betrauen. (nis/ddp)

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