Politik : Beckstein will mit neuem Stil regieren

München - Nach dem erzwungenen Rücktritt Edmund Stoibers (CSU) hat der bayerische Landtag am Dienstag Günther Beckstein (CSU) zum neuen Ministerpräsidenten gewählt. Ein Jahr vor der Landtagswahl ist damit der Machtwechsel in der CSU vollzogen. Der bisherige Innenminister Beckstein erhielt bei der geheimen Abstimmung 122 von 178 abgegebenen Stimmen. Die CSU-Fraktion hat 124 Abgeordnete und war vollständig anwesend. Nach der 14-jährigen Amtszeit Stoibers kündigte Beckstein einen neuen Regierungsstil an.

Der 63-jährige Beckstein erklärte, er werde das neue Amt so lange ausfüllen, wie „alle überzeugt sind, dass ich das besser löse als andere“. In der Politik gehe es in aller Regel nicht um ewige Wahrheiten, sondern um zweckmäßige Lösungen. Ausdrücklich lud er die in Bayern lebenden Ausländer zum Dialog für ein friedliches Miteinander ein. Integration sei ihm ein großes Anliegen. SPD-Fraktionschef Franz Maget forderte von Beckstein, „weniger selbstherrlich und selbstgerecht und mehr kooperativ“ zu regieren.

Stoiber war am 30. September offiziell zurückgetreten. Beckstein ist der erste evangelische Ministerpräsident Bayerns und nach Hans Ehard und Hanns Seidel der dritte Regierungschef seit 1945, der aus Franken stammt. In den kommenden Tagen will Beckstein sein neues Kabinett berufen. Die Minister werden am kommenden Dienstag vorgestellt. dpa/Tsp

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