Politik : Begrenzt souverän

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Der ehemalige Botschafter Israels in Deutschland, Avi Primor, ist pessimistisch. „Ich rechne damit, dass die Lage in Nahost noch weiter eskaliert“, sagte er in Berlin. Denn weder Israels Regierung noch die Regierung der Palästinenser seien in der Lage, ihre Politik zu verändern. Dem israelischen Ministerpräsidenten Scharon warf er vor, den Terror als Vorwand für seine ideologischen Ziele zu benutzen. Scharon gehe es darum, die besetzten Gebiete behalten und die Siedlungen weiter ausbauen zu können. „Es wird keinen Frieden geben, solange wir nicht bereit sind, auf Siedlungen und die Besatzung zu verzichten“, sagte Primor. Scharon rede zwar mittlerweile davon, auch er wolle einen palästinensischen Staat. Doch nach Einschätzung Primors gehe es Scharon dabei um ein Gebilde aus 40 Prozent der besetzten Gebiete, zersplittert in kleine Enklaven und mit „begrenzter Souveränität“. Er wisse aus persönlicher Erfahrung, dass Scharon sich in den letzten Jahren sehr für die schwarzen Homelands in Südafrika interessiert habe, fügte Primor hinzu. Scharon habe sich sein Leben lang für den Bau von Siedlungen eingesetzt. „Für solche Leute gibt es Dinge, die wichtiger sind als Frieden“. M.G.

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