Politik : Bei der Summe von vier Milliarden Mark wird es nicht bleiben können (Kommentar)

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Welche Summe ist angemessen für die Entschädigung ehemaliger NS-Zwangsarbeiter? Sechs Milliarden Mark? Acht Milliarden? Zehn Milliarden? Im unwürdigen Ringen um die endgültige Zahl sollte man nicht aus den Augen verlieren, dass vor allem die deutsche Wirtschaft in der Pflicht bleibt. Bei der Summe von vier Milliarden Mark, die eine Reihe von Firmen bei der letzten Verhandlungsrunde in Washington als "endgültiges Angebot" auf den Tisch legten, wird es nicht bleiben können. Auch wenn die Gespräche zwischen Kanzler Schröder und den Fraktionsvorsitzenden nun den Eindruck erwecken, als sei die Aufstockung des angeblich "letzten" Washingtoner Angebots vor allem eine Angelegenheit des Bundes: Bislang warten alle Beteiligten vergeblich auf Firmen aus dem Mittelstand, die Zwangsarbeiter beschäftigten und sich heute zu dieser Verstrickung bekennen. Es stimmt, dass die Entschädigungs-Leistung dieser Firmen freiwillig ist. Es stimmt aber auch, dass sich die Gewinn-Margen der deutschen Wirtschaft wieder denen aus den Boom-Jahren am Ende der achtziger Jahre annähern. Wenn man schon über Zahlen redet, dann darf man diese auch nicht verschweigen.

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