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Bei Volleyball-Turnier : Selbstmord-Attentäter tötet 50 Menschen in Afghanistan

Ein Attentäter hat sich nach Behördenangaben im Osten Afghanistans unter die Besucher eines Volleyball-Turniers gemischt. Etwa 50 Besucher sterben bei dem Selbstmord-Anschlag.

Nach dem Attentat. Ein Anschlagsopfer wird ärztlich behandelt.
Nach dem Attentat. Ein Anschlagsopfer wird ärztlich behandelt.Foto: dpa

Bei einem der verheerendsten Selbstmord-Anschläge in Afghanistan seit Monaten wurden am Sonntag etwa 50 Besucher eines Volleyball-Turniers getötet. Nach Angaben der lokalen Behörden ereignete sich der Vorfall in der östlichen Provinz Paktika. Der Attentäter habe sich mit seinem Motorrad inmitten der Zuschauer in die Luft gesprengt, teilte der Vize-Gouverneur der Provinz Paktika, Attaullah Fasli, mit. Etwa 60 Menschen seien verletzt worden.

Nach den Worten eines Sprechers der Provinzbehörde handelt es sich bei den meisten Opfern um Zivilisten. Der Vize-Gouverneur erklärte, dass mehrere Beamte der Provinzverwaltung und der Polizeichef unter den Besuchern gewesen seien.

Präsident Ashraf Ghani verurteilt die Tat

Der Anschlag ereignete sich im Distrikt Yahya Khail in der an der Grenze zu Pakistan gelegenen Unruheprovinz. Afghanistans Präsident Ashraf Ghani verurteilte die Tat, zu der sich zunächst niemand bekannte.

Erst am Mittwoch hatte ein Anschlag mit einer Autobombe auf ein überwiegend von Ausländern bewohntes Viertel die Hauptstadt Kabul erschüttert. In Paktika waren Mitte Juli mindestens 89 Menschen bei einem Sprengstoffanschlag auf einem belebten Markt ums Leben gekommen. Damals war ein mit Sprengstoff beladenes Auto in die Menge gerast und zwischen den Ständen explodiert.

Zum Jahresende läuft in Afghanistan der Kampfeinsatz der internationalen Truppen aus. Ab 2015 sollen ausländische Soldaten die afghanischen Sicherheitskräfte nur noch beraten und ausbilden. Allerdings räumen die USA ihren in Afghanistan nach dem Ende des Kampfeinsatzes verbleibenden Soldaten mehr Befugnisse ein als ursprünglich geplant. Im Vorfeld des Abzugs haben die Anschläge in Afghanistan wieder zugenommen. Die radikal-islamischen Taliban waren 2011 von den US-geführten Truppen gestürzt worden.

Immer wieder Taliban-Anschläge auf Sportveranstaltungen

Die Taliban hatten in der Vergangenheit wiederholt Anschläge auf Sportveranstaltungen verübt. So hatte sich am Neujahrstag 2010 ein Attentäter mit einem Kleintransporter voller Sprengstoff auf einem Sportplatz im Nordwesten Pakistans in die Luft gesprengt, während dort ein Volleyballspiel zwischen zwei Dorfmannschaften stattfand. Damals waren hundert Menschen getötet worden, zahlreiche Häuser in dem Dorf Shah Hasan Khan stürzten ein und begruben ihre Bewohner unter sich.
Das Unterhaus des afghanischen Parlaments hatte am Sonntag zwei Abkommen gebilligt, die die Stationierung von Soldaten der Nato und der USA über den Jahreswechsel hinaus ermöglichen sollen. Die Nato-Nachfolgemission "Resolute Support" sieht die Stationierung von rund 12.500 Soldaten im kommenden Jahr vor, um die einheimischen Sicherheitskräfte beim Kampf gegen die Taliban weiterhin zu unterstützen und zu trainieren.
Die Bundesregierung hatte am Mittwoch das Mandat für die neue Afghanistan-Mission der Bundeswehr gebilligt. Es sieht vor, bis zu 850 deutsche Soldaten an den Hindukusch zu schicken. Nun fehlt noch die Zustimmung des Bundestages. Die Abstimmung ist für Dezember vorgesehen. (AFP/Reuters/dpa)

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