Politik : Beide Koreas feiern Kriegsende

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Seoul Der 60. Jahrestag der Befreiung Koreas von japanischer Kolonialherrschaft an diesem Montag steht im Zeichen der Annäherung zwischen Süd- und Nordkorea. Der kommunistische Norden schickte am Sonntag eine 182-köpfige Delegation unter Leitung von Kim Ki Nam, einem Sekretär der herrschenden Arbeiterpartei des Landes, zu gemeinsamen Feierlichkeiten zum Unabhängigkeitstag am 15. August nach Südkorea. Erstmals in der Geschichte beider Länder besuchten dabei offizielle Vertreter Nordkoreas einen südkoreanischen Friedhof für die Gefallenen des Korea-Kriegs.

Etwa 30 Mitglieder der nordkoreanischen Delegation, darunter Kim, gedachten auf dem Nationalfriedhof in Seoul der Kriegstoten und Unabhängigkeitskämpfer. Der Abstecher der Besucher zum Friedhof sei ein weiterer „Wendepunkt“ in den bilateralen Beziehungen, sagte der südkoreanische Vizeverteidigungsminister Rhee Bong Jo. Außerhalb des Friedhofs protestierten Dutzende von Vertretern konservativer südkoreanischer Gruppen gegen den Besuch der nordkoreanischen Delegation. Sie forderten unter anderem, Pjöngjang solle anerkennen, dass Nordkorea den Krieg begonnen hat. Beide Koreas befinden sich völkerrechtlich gesehen noch im Kriegszustand, da seit dem Ende ihres Bruderkriegs (1950-53) noch immer kein Friedensabkommen zu Stande gekommen ist. Seit dem historischen Nord-Süd-Gipfel im Juni 2000 hat die Annäherung zwischen beiden Seiten deutliche Fortschritte gemacht. Im August 2001 reisten zum ersten Mal mit offizieller Genehmigung Seouls Vertreter südkoreanischer Gruppen zu gemeinsamen Feierlichkeiten am Befreiungstag nach Nordkorea. dpa

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