Beihilfe zur Steuerhinterziehung : UBS zahlt deutschem Fiskus 300 Millionen Euro

Um einen Streit wegen Beihilfe zur Steuerhinterziehung beizulegen, hat die Großbank UBS die Zahlung einer Millionensumme mit der Steuerbehörde in Bochum vereinbart. Es ist die höchste Strafe für ein Schweizer Geldhaus in Deutschland.

Die Schweizer Großbank UBS zahlt eine Millionensumme an Deutschland
Die Schweizer Großbank UBS zahlt eine Millionensumme an DeutschlandFoto: dpa

Die Schweizer Großbank UBS hat mit den deutschen Steuerbehörden eine Zahlung von 300 Millionen Euro ausgehandelt, um einen Streit wegen Beihilfe zur Steuerhinterziehung beizulegen. Wie die UBS am Dienstag in Zürich mitteilte, wurde die Vereinbarung im Laufe des Monats Juli mit der Steuerverwaltung in Bochum getroffen. Nordrhein-Westfalen hatte in den vergangenen Jahren wiederholt CDs mit Daten mutmaßlicher Steuersünder gekauft, dabei ging es auch um Milliardenbeträge in der Schweiz.

Das ist höchste Strafe, die ein Schweizer Geldhaus jemals in Deutschland bezahlt hat. Die Buße belastet das Ergebnis der UBS im zweiten Quartal. Trotzdem steigerte die Bank den Gewinn um 15 Prozent auf 792 Millionen Franken und schnitt damit etwas ab als von Analysten erwartet. Im Vorjahresquartal hatten Altlasten noch stärker zu Buche geschlagen.

Im Mai dieses Jahres wurde bekannt, dass auch die Großbank Credit Suisse (CS) 2,6 Milliarden Dollar überweisen muss, um ihren Steuerstreit in den USA beizulegen. Es ist die höchste Strafe, die in den USA je einer Firma für steuerrechtliche Vergehen aufgebrummt wurde. Für die zweitgrößte Schweizer Bank entspricht die Summe zwar nur einem geringen einstelligen Prozentsatz des Gesamtkapitals. Dennoch ist der Deal von existenzieller Bedeutung. Die Alternative wäre der Ausschluss vom US-Finanzmarkt gewesen.

(AFP/Reuters)

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