Beitragskürzungen : Aidshilfe könnte Geld fehlen

Der globale Fonds zur Bekämpfung von Aids, Tuberkulose und Malaria (GF) befürchtet, dass bei der nächsten Wiederauffüllungskonferenz im Oktober zahlreiche Geberländer ihre Beiträge kürzen werden.

Bei der Weltaidskonferenz in Wien herrscht große Sorge über die weitere Finanzierung der Aidstherapie. Derzeit erhalten etwa fünf Millionen Menschen weltweit entsprechende Medikamente. Der globale Fonds zur Bekämpfung von Aids, Tuberkulose und Malaria (GF) befürchtet, dass bei der nächsten Wiederauffüllungskonferenz im Oktober zahlreiche Geberländer ihre Beiträge kürzen werden. „Ohne ausreichende Mittel werden wir die Entwicklungsziele der Vereinten Nationen nicht erreichen und können weder unsere bereits bestehenden Programme noch nötige neue Programme ausreichend finanzieren“, sagte Michel Kazatchkine, der Direktor des „Global Fund“.

Um weitere Fortschritte im Kampf gegen die Immunschwächekrankheit zu erzielen, müssten die Geberländer in den nächsten drei Jahren etwa 20 Milliarden Euro in den Fonds einzahlen, hieß es. „Aber zum ersten Mal in zehn Jahren erleben wir stattdessen eine Reduzierung der Unterstützung“, sagte der Direktor des UN-Aidsprogramms Unaids. Wenn die Mittel gekürzt würden, werde dies „katastrophale Konsequenzen“ haben, erklärte Kazatchkine. Der GF bezahlt derzeit für die Therapie von etwa 2,8 Millionen der weltweit fünf Millionen Menschen, die Aidsmedikamente erhalten.

Nichtregierungsorganisationen hatten bereits am Sonntag an Deutschland appelliert, seine Mittel für den Fonds nicht zu kürzen. Es gebe Zeichen aus Regierungskreisen, dass dies geplant sei, hieß es. Deutschland hat in den vergangenen drei Jahren jeweils 200 Millionen Dollar (150 Millionen Euro) gezahlt und ist damit das drittgrößte Geberland.

Der frühere US-Präsident Bill Clinton mahnte bei der Konferenz in Wien einen besseren Einsatz der finanziellen Hilfen für den Kampf gegen die Immunschwächekrankheit an. „In viel zu vielen Ländern geht viel zu viel Geld an zu viele Menschen, die auf zu viele Treffen fahren und zu viele Flugzeuge nehmen, um zu viel technische Hilfe zu leisten“, sagte Clinton, dessen gemeinnützige Stiftung sich für die Eindämmung des HI-Virus einsetzt, am Montag. dpa/AFP

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