Bekämpfung der Fluchtursachen : EU will Migration mit Milliarden-Investitionen bremsen

Die Europäische Investitionsbank will mehr Geld in den Herkunftsländern der Flüchtlinge investieren. Bessere Lebensbedingungen sollen Fluchtwillige zurückhalten

50.000 Flüchtlinge, vor allem aus Afrika, kamen in diesem Jahr schon über den Seeweg nach Italien.
50.000 Flüchtlinge, vor allem aus Afrika, kamen in diesem Jahr schon über den Seeweg nach Italien.Foto: GABRIEL BOUYS/AFP

Die Europäischen Union will einem Zeitungsbericht zufolge die Migration nach Europa mithilfe neuer Milliarden-Investitionen begrenzen. Die Europäische Investitionsbank (EIB) schlage vor, Projekte außerhalb der EU mit doppelt so viel Geld wie bisher geplant zu fördern, meldete die Süddeutsche Zeitung vorab aus ihrer Mittwochausgabe. Zusätzliche sechs Milliarden Euro sollen in den kommenden fünf Jahren dabei helfen, die Fluchtursachen vor Ort zu bekämpfen. "Es ist auch entscheidend, dass Europa jene Länder unterstützt, die eine große Zahl an Flüchtlingen aufgenommen haben", sagte EIB-Präsident Werner Hoyer der Zeitung und sechs weiteren europäischen Blättern.

Das Geld soll dem Bericht nach vor allem Investitionen in Jordanien, Libanon, Ägypten und den Maghreb-Staaten zugutekommen. Auch Westbalkanländer wie Serbien und Albanien sollen in hohem Maß davon profitieren. Es gehe etwa darum, den Bau von Schulen zu finanzieren, das Gesundheitssystem zu verbessern oder Wasserzugänge zu ermöglichen. Je besser die Lage vor Ort sei, desto weniger Menschen sähen sich zur Flucht gezwungen.

Die EU-Bank werde beim Gipfeltreffen in der kommenden Woche darauf dringen, die Mittel zur Bekämpfung von Fluchtursachen massiv aufzustocken. Bislang waren für solche Projekte 7,5 Milliarden Euro innerhalb der kommenden fünf Jahre vorgesehen.

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"Die zusätzlichen sechs Milliarden Euro an Krediten könnten bis zu 15 Milliarden Euro an neuen Investitionen bringen", sagte Hoyer. Um die Flüchtlingskrise und ihre humanitären Herausforderungen zu meistern, müsse die EU konkrete Lösungen anbieten. "Falls unser Vorschlag angenommen wird, könnten wir in wenigen Wochen loslegen", kündigte Hoyer an.

Wie die „Bild“-Zeitung am Mittwoch unter Berufung auf Papiere deutscher Sicherheitsbehörden berichtete, sind seit Jahresbeginn bereits rund 50.000 Flüchtlinge über den Seeweg nach Italien gekommen. Die meisten von ihnen stammten aus Afrika, vor allem aus Nigeria, Eritrea, Gambia, von der Elfenbeinküste und aus Somalia. (Reuters/AFP)

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