Politik : Belastungen - Wie gefährlich Ozon ist

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Immer wieder sorgen Schlagzeilen über die gesundheitlichen Folgen von Ozon für Aufregung. Erst im letzten Jahr führte eine Untersuchung des Heidelberger Umwelt- und Prognose-Instituts (UPI) zu Überschriften wie "Asthma-Tod durch dicke Luft" - zu lesen im "Stern". In der Studie kamen die Wissenschaftler zu dem Schluss, dass zwischen 1990 und 1995 in Deutschland rund 23 500 Menschen an den Folgen von Sommersmog gestorben seien. Ferner errechneten die Forscher, dass bei einem Anstieg der Ozonkonzentration von 120 auf 170 Mikrogramm die Sterblichkeitsrate um rund fünf Prozent zunimmt.

Wissenschaftlich ist die Studie indes umstritten. Peter Höppe, Ozonforscher am Institut für Arbeits- und Umweltmedizin der Ludwig-Maximilian-Universität München kritisierte die Literaturauswahl. Studien, die den von den Forschern ermittelten Zusammenhang zwischen Ozonwert und Sterblichkeitsrate nicht stützen, seien nicht berücksichtigt worden. Höppe räumte ein, dass es Untersuchungen gebe, die eine erhöhte Sterblichkeitsrate bei hohen Ozonkonzentrationen belegten. Aber: "Aus der Tatsache, dass bei hohen Konzentrationen mehr Menschen sterben, lässt sich wissenschaftlich noch nicht ableiten, dass Ozon die Todesursache ist." Auch das Umweltbundesamt in Berlin teilte Höppes Skepsis.

Fest steht aber auf jeden Fall, dass besonders ältere Personen, Allergiker oder Kinder unter hohen Ozonkonzentrationen leiden. "Schon ab 120 Mikrogramm wird es für Kinder gefährlich", sagt Karsten Smid von der Umweltorganisation Greenpeace. Leidtragende seien vor allem Asthmatiker.

Insgesamt spüren laut Umweltbundesamt etwa zehn bis 15 Prozent der Menschen quer durch alle Bevölkerungsgruppen die Auswirkungen des Reizgases. Zu den Beschwerden zählen Kopfschmerzen, Augenjucken und Reizung der Atemwege. Nach Ansicht von Experten kann die Ozonbelastung auch bleibende Schäden hinterlassen, etwa Chromosomenbrüche, Lungenprobleme oder Krebs.

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