Politik : Belastungszeuge gegen Schreiber verhaftet

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Die Affäre um den deutsch-kanadischen Waffenhändler Karlheinz Schreiber, dessen finanzielle Machenschaften den CDU-Spendenskandal auslösten und der sich derzeit in Kanada gegen ein deutsches Auslieferungsgesuchen wehrt, ist um ein verwirrendes Detail reicher. Ein früherer Geschäftskollege Schreibers, der Schweizer Rechnungsführer Georgi Pelossi, der vor mehreren Jahren seinerseits schwere Anschuldigungen gegen Schreiber erhob, ist in den USA festgenommen worden, weil ihn die italienischen Justizbehörden wegen Geldwäsche für die Mafia suchen. Pelossis Beschuldigungen gegen Schreiber führten 1995 in Kanada zum "Airbus-Skandal", bei dem der früherere kanadische Ministerpräsident Brian Mulroney in Verdacht geriet, durch Schreiber Schmiergelder für den Großeinkauf von Airbussen für die damals staatliche Fluggesellschaft Air Canada erhalten zu haben. Der Rechtsanwalt Schreibers, Edward Greenspan, hat die deutschen Justizbehörden aufgefordert, ihr Auslieferungsgesuchen gegen seinen Mandanten zurückzuziehen. "Alle Anschuldigungen gegen Brian Mulroney oder Karlheinz Schreiber kam aus dem Mundes dieses Mannes, dessen Glaubwürdigkeit und Zuverlässigkeit in Fetzen liegt", erklärte Greenspan am Mittwoch im kanadischen Rundfunk. Eine gerichtliche Anhörung in Toronto zu Schreibers Auslieferungsverfahren war am Vortag auf den 15. Februar vertagt worden.

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