Politik : Belauschtes Gespräch vor Gericht verwertbar

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  Karlsruhe (dpa). Der Bundesgerichtshof (BGH) hat die gerichtliche Verwertbarkeit eines zufällig abgehörten Gesprächs zwischen Straftätern erlaubt. Das Gericht verwarf am Freitag die Revision zweier zu fünf und drei Jahren Haft verurteilter Türken, die im Auto einen – letztlich nicht ausgeführten – Überfall auf ein türkisches Lokal in Hürth bei Köln verabredet hatten. Weil einer der beiden, ein mutmaßlicher Drogendealer, zuvor per Handy telefoniert und versehentlich die Verbindung nicht beendet hatte, konnte die Polizei, die sein Handy abhörte, das Gespräch belauschen. Die Angeklagten griffen mit der Revision das Urteil des Landgerichts Köln an, das sie im Februar des vergangenen Jahres der Verabredung eines schweren Raubes und einer schweren räuberischen Erpressung für schuldig befunden hatte. Der 2. BGHStrafsenat hatte keine Bedenken: „Die Privatsphäre muss hier hinter dem staatlichen Interesse an der Verfolgung gravierender Straftaten zurücktreten.“

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