Beleidigung : Indianer sind empört über Decknamen "Geronimo"

Ureinwohner in den USA sind empört über die Verwendung des Codenamens "Geronimo" für den getöteten Al-Qaida-Führer Osama bin Laden. Sie fordern Konsequenzen.

Apachen-Kämpfer Geronimo
Apachen-Kämpfer GeronimoFoto: AFP

„Einen Indianer-Krieger mit Bin Laden in Verbindung zu bringen ist keine treffende Wiedergabe der Geschichte und reduziert die Bedeutung der Ureinwohner in unserer Armee“, erklärte der Präsident des Nationalkongresses der Indianer (NCAI), Jefferson Keel, am Mittwoch. Geronimo (1829-1909) war ein legendärer Führer der Apachen, der auf dem Gebiet des heutigen US-Bundestaates New Mexico gegen die Besiedlung des Landes seines Volkes durch die Einwanderer kämpfte.

Keel sagte, die Verwendung von Geronimos Namen während der US-Kommandoaktion gegen Bin Laden im nordpakistanischen Abbottabad sei eine Beleidigung für die Indianer-Völker, da sie damit in Verbindung mit dem meistgesuchten Terroristen der Welt gebracht wurden. Die „missbräuchliche Verwendung von Ikonen der indianischen Kultur“ sei bereits allzu verbreitet, sagte Loretta Tuell, Beraterin des Komitees für Indianer-Angelegenheiten im Senat. Dies habe verheerende Folgen für die Kinder, sagte Tuell und kündigte an, eine Anhörung im Senat beantragen zu wollen.

Der Apachen-Stamm von Fort Sill, wo Geronimo starb, schrieb in einem Protestbrief an US-Präsident Barack Obama, er sei „verletzt“. „Geronimo mit Osama bin Laden zu vergleichen, einem feigen Terroristen, der tausende Menschen getötet hat, ist verletzend für unseren Stamm und für alle Indianer Amerikas“, hieß es in dem Brief. Dabei sei Geronimo „vielleicht einer der größten Symbole des Widerstands der Indianer in der Geschichte der USA“ gewesen. Auf der Website „nativetimes.com“ schrieb der Indianer und ehemalige US-Soldat Lloyd Goings, die Verwendung des Namens Geronimo für bin Laden sei „das rassistischste, was uns je passiert ist“. (AFP)

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