Belgien : Verhofstadt reicht Rücktritt ein

Nach der Wahlniederalge seiner liberalen Partei hat der Premierminister Guy Verhofstadt beim belgischen König seinen Rücktritt eingereicht. Bei der Regierungsbildung wird mit schwierigen Verhandlungen gerechnet.

Verhoefstadt
Der noch amtierende belgische Premierminister, Guy Verhofstadt.Foto: AFP

BrüsselDer belgische Premierminister Guy Verhofstadt hat nach der Wahlniederlage seiner liberalen Partei VLD seinen Rücktritt angeboten. König Albert II. nahm das Angebot nach Angaben des Palastes an. Er forderte Verhofstadt zugleich auf, die Amtsgeschäfte bis zur Bildung einer neuen Regierung weiterzuführen.

Die Bildung einer neuen Regierung dürfte schwierig werden. Klarer Wahlsieger in Flandern, dem größten Landesteil, sind die Christdemokraten (CD&V) des flämischen Ministerpräsidenten Yves Leterme. Eine Zwei-Parteien-Koalition könnten der CD&V und seine kleine wallonische Schwesterpartei cdH nur mit den Liberalen bilden.

Mögliche konservativ-liberale Koalition

Beide Parteifamilien haben aber inhaltliche Differenzen. Der CD&V strebt eine Staatsreform an, die für mehr Eigenständigkeit in Flandern sorgen soll. Gegen eine weitere Aufspaltung Belgiens ist der liberale Reformbewegung (MR), der in der Wallonie und der Hauptstadtregion Brüssel zur stärksten Kraft vor den Sozialisten aufstieg.

Neben einer konservativ-liberalen Koalition wären rechnerisch auch verschiedene Dreier-Bündnisse unter Einschluss kleinerer Parteien und der Sozialisten möglich. Belgische Kommentatoren erwarten langwierige Verhandlungen. Bis zur Bildung einer neuen Regierung vergehen in Belgien häufig mehrere Monate.  (mit dpa)

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