Politik : Belgrad ohne Strom

BRÜSSEL (rtr).Die Nato hat den Umfang von Angriffszielen in Jugoslawien erneut ausgeweitet.Nato-Sprecher Jamie Shea sprach am Freitag morgen in Brüssel "von der höchsten Zahl der Einsätze bisher" in den letzten 24 Stunden.Begünstigt durch gutes Wetter und klare Sicht hätten die Nato-Flugzeuge eine "überragende Reihe" von strategischen Zielen angegriffen.

Shea ergänzte, daß insgesamt 792 Einsätze geflogen wurden, wobei 402 gezielte Angriffe waren.Dazu gehörten vier Hochspannungsmasten und zwei Umspannwerke bei Belgrad.Alle Nato-Flugzeuge seien sicher zurückgekehrt.

Auch das Hauptquartier der Sicherheitspolizei in Pristina wurde den Angaben zufolge beschossen.Weiter berichtet das Bündnis von Angriffen auf vier Landebahnen, sechs Munitionslager, vier Militärdepots und zwei Öltanks.Außerdem seien sechs Rundfunk- und Fernseh-Relaisstationen, fünf Mittelwellensender und vier andere Funkanlagen sowie sechs Straßenbrücken und zwei Kasernen bombardiert worden.

Die Nachrichtenagentur Beta meldete, Nato-Flugzeuge hätten die zwei größten Kraftwerke angegriffen, die Belgrad mit Strom versorgten.Bewohner der Hauptstadt berichteten, eine große Verteilerstation sei in Brand geraten, nachdem sie von zwei Nato-Raketen getroffen worden sei.In Belgrad sowie in der nördlichen Provinz Vojvodina brach Angaben der Nachrichtenagentur Tanjug zufolge die Stromversorgung zusammen.Serbische Internet-Nutzer berichteten von Angriffen auf die Regionen Smederevo, Sombor und Novi Pazar.Dort sei ebenfalls der Strom ausgefallen.

Die Nato setzte am Freitag nachmittag die Angriffe auf Serbien fort.Mehrere Raketen hätten die Fernmeldeanlage und Fernsehrelais in der Innenstadt von Uzice zerstört, meldete der Belgrader Stadtsender Radio Novosti.In Belgrad und anderen Städten Serbiens wurde erneut Luftalarm gegeben.Bei den Nato-Luftangriffen am frühen Freitag morgen seien in der Bergarbeiterstadt Aleksinac mindestens drei Zivilisten getötet worden, als ein dicht bewohnter Stadtteil getroffen wurde, berichtete der Sender.Bei einem Angriff am 6.April seien in der Stadt mindestens zwölf Menschen getötet worden.

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