Politik : Belgrad: Reporter spionierte

BERLIN (ben).Der seit einer Woche in Jugoslawien festgehaltene Sat 1-Korrespondent Pit Schnitzler wird der Spionage beschuldigt.Dies teilte Belgrad der japanischen Botschaft mit.Der Reporter befinde sich in den Händen der jugoslawischen Militärpolizei, erklärten der Sender und das Auswärtige Amt.

Am Mittwoch erfuhr die japanische Botschaft, die die Bundesrepublik als Schutzmacht in Belgrad vertritt, daß Pit Schnitzler von der Militärpolizei festgehalten werde."Gegen Pit Schnitzler wird nun der Vorwurf der Spionage erhoben", sagt ein Sprecher des Auswärtigen Amtes.Der Pressesprecher von Sat 1, Dieter zur Straßen, bezeichnet den Vorwurf als "absurd" und spricht von einer "dramatischen Verschärfung der Situation." Dies sei die klassische Art von totalitären Regimen, kritische Berichterstattung mundtot zu machen.Schnitzler sei ein erfahrener Korrespondent, "der den Behörden gegenüber bestimmt nicht provozierend aufgetreten ist", betont zur Straßen.Man dürfe der serbischen Seite jetzt nicht die Chance geben, das aggressive Vorgehen gegenüber Medienvertretern unter dem Deckmantel der Nichtöffentlichkeit zu verstecken.Auch Sat 1-Chefredakteur Jörg Howe weist die Vorwürfe zurück: "Er ist kein Spion, zumal er aus Belgrad immer unter Aufsicht der jugoslawischen Behörden berichten mußte." Das Auswärtige Amt und Sat 1 versuchen unterdessen weiter, die Freilassung Schnitzlers zu erreichen.

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