BENES-DEKRETE : Grundlage für die Vertreibung

Die Benes-Dekrete sind die Grundlage für die Vertreibung und Enteignung von Deutschen aus dem Sudetenland nach 1945. Aufgrund der Erlasse wurden nach dem Zweiten Weltkrieg Millionen Sudetendeutsche in der Tschechoslowakei enteignet und ausgesiedelt. Die Dekrete gehen auf den früheren tschechoslowakischen Staatspräsidenten Eduard Benes (1884 bis 1948) zurück. Er war von 1935 bis 1938 Staatspräsident, während des Zweiten Weltkriegs Chef der tschechoslowakischen Exilregierung und nach dem Krieg erneut Staatspräsident, bis er 1948 nach der kommunistischen Umwälzung zum Rücktritt gezwungen wurde. Benes regelte nach seiner Emigration im Jahre 1938 von London aus mit diesen Erlassen Staatsangelegenheiten. Der Grund lag schlicht darin, dass es kein Parlament gab, das diese Aufgabe sonst hätte übernehmen können. So verfuhr Benes auch noch nach seiner Rückkehr in die CSSR. Die Erlasse wurden aber von der provisorischen Nationalversammlung, die 1945 die Arbeit aufnahm, als gesetzliche Akte bestätigt. dapd

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